Die toten Dichter hält nichts in ihren Gräbern, im Gegenteil, die Niederlage des letzten Jahres juckt noch immer und befiehlt die erneute Anreise aus dem Jenseits. Allerdings wird ihnen sicher auch dieses Mal nichts geschenkt – die Lebenden sind motiviert und haben schließlich ihren Titel zu verteidigen.
Nach der überaus erfolgreichen ersten NACHT DER LEBENDEN, TOTEN im vergangenen Dezember kommt es also diesen Juni zum nächsten Dead or Alive Poetry Slam auf der Bamberger Theaterbühne und das heißt, vier herausragende (lebende) Slam-Poeten liefern sich eine Schlacht mit toten Größen der Literaturgeschichte, deren Geister sich der Körper von vier Ensemblemitgliedern des E.T.A. Hoffmanntheaters bemächtigt haben.
Die Waffen: gesprochene Worte, Sätze, Verse. Verletzte sind nicht zu erwarten, dafür ein äußerst spannender und mitreißender Abend, ein Fest der Sprache. Die Seite, die es schafft, das Publikum am meisten zu begeistern, trägt den Sieg und damit auch den sogenannten Crazy Hoffmann mit nach Hause.
Auf der Seite der Lebenden treten diesmal Torsten Sträter (Dortmund), Josefine Berkholz (Berlin), Florian Cieslik (Köln) und - sensationellerweise - Grandseigneur der Slam-Szene Timo Brunke (Stuttgart) an. Sie treffen auf Christian Morgenstern (Eckhart Neuberg), Sarah Kane (Karoline Bär), Kurt Tucholsky (Patrick L. Schmitz) und Mascha Kaléko (Aline Joers), Namen, die sowohl einen vitalen Schlagabtausch als auch ein breites Spektrum an Humor versprechen, das von gekonntem Sprachwitz über pointierter Satire bis hin zu heiterer Traurigkeit reicht.
Für die fachkundige wie unterhaltsame Moderation des Abends sorgt wieder Christian Ritter (deutscher Slam-Vizemeister), für die passende musikalische Untermalung abermals DJ Kermit. Ein Pflichttermin für Lyrik- und Spoken-Word-Fans!
Wer kann die Zuhörer für sich gewinnen? Das Publikum entscheidet, wer die Ehre haben wird, die Trophäe, den Crazy Hoffmann, auf sein Kaminsims zu stellen.
Dieses spektakuläre Poesie-Theater-Format ist bereits in vielen namhaften Häusern wie dem Hamburger Schauspielhaus, dem Züricher Schauspielhaus, dem Münchner Volkstheater oder der Berliner Schaubühne durch seine Ausdruckskraft, seine Interaktivität und Lebendigkeit ein Publikumsrenner. In Bamberg lief es zum ersten Mal im Dezember 2010 in einer Kooperation mit der Villa Concordia. Im Juni 2011 geht das Format in die zweite Runde.
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Dirk Müller
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