Damit der Schaden auch möglichst groß genug wird, gibt die Politik auch keine Ruhe. Michael Kaufmann hatte wie wir berichteten sein Etat um lächerliche 750.000 € überzogen. Was angesichts der kulturellen Leistung für die Stadt Essen eigentlich nicht der Rede Wert sein dürfte. Nachdem sich viele Freunde hinter Michael Kaufmann stellten, versuchen nun die politisch Verantwortlichen, allen voran Oliver Scheytt (SPD) im nachhinein die Kündigung mit allen Mitteln zu rechtfertigen.
Das geht soweit, dass er seine Mitarbeiter damit beschäftigt hunderte von Papieren und E-mails durchzuforsten, mit dem Auftrag, belastendes Material gegen Michael Kaufmann zu finden (Der Tagesspiegel).
Und noch schlimmer, Scheytt versucht anscheinend die Presse für sich zu instrumentalisieren, in dem er im Hintergrundgespräch Fakten präsentiert, die nur den Schluß zulassen sollen, Kaufmann habe, so der Tagesspiegel, jede Bodenhaftung verloren, und hätte sich völlig uneinsichtich gezeigt, wenn es um die Einhaltung des Etats gegangen wäre. Man kann Oliver Scheytt eines schon heute bestätigen, einen ganz schlechten Stil.
Ganz am Rande bemerkt, verärgert Scheytt auch die Sponsoren, die Michael Kaufmann überaus erfolgreich geworben hatte (1,6 Mio € für die kommende Saison).
Nun herrscht helle Aufregung. Denn die künstlerische Qualität der Philharmonie mit ihrer preisgekrönten Mischung aus großen Konzerten unter Leitung von Weltstars wie Kurt Masur und erlesener Kammermusik, für die einzig und allein Michael Kaufmann verantwortlich zeichnete, hat das Renommee der Stadt erheblich gefördert. Mehr Infos unter: www.koelner-philharmonie.de
Nun aber haben die Gönner nachgerechnet, dass ihr Geld nicht für die Kunst, sondern für die Grundausstattung des Hauses eingesetzt wird. Eine unerwünschte, ja unerlaubte Verwendung. Dazu meinte der Vorsitzende der Krupp-Stiftung Berthold Beitz, dass er nur Gelder aus der Stiftung für die Förderung von Künstlern stiften darf. Die Krupp-Stiftung hat bereits für den Bau der Philharmonie 13 Mio € und für das neue Volkwang-Museum sogar 55 Mio € bereitgestellt.
Oliver Scheytt, der mit Fritz Pleitgen die Ruhr 2010 GmbH leitet und für das Kulturhauptstadt-Jahr 2010 verantwortlich ist, hat nun äußert schlechte Karten bei den Geldgebern, die ihm aber auch Herrn Pleitgen schon die Tür vor der Nase zuschlagen.
Wir empfehlen, die sofortige Wiedereinstellung von Michael Kaufmann und den unverzüglichen Rücktritt von Oliver Scheytt von allen Ämtern. Der Schaden für Essen ist heute schon nicht mehr gut zu machen und eine gerichtliche Auseinandersetzung dürfte den Topf zum Überlaufen bringen.
GFDK 1. November 2008

