Für Franz Liszt war echte Virtuosität „nicht ein Auswuchs, sondern ein notwendiges Element der Musik.“ Natürlich wusste er ganz genau, dass zu einem Virtuosen mehr gehört als die rein technische Beherrschung des Instruments.
Ein Virtuose ohne musikalisches Gespür, das war sicher nicht im Sinne des Komponisten. Auch der Pianist Boris Berezovsky hält nicht viel von „Virtuosengeklimper“ (Robert Schumann gebrauchte diesen Begriff einmal).
Der gebürtige Moskauer hat daher überhaupt kein Problem damit, wenn man ihn als typischen Virtuosen bezeichnet. „Ich sehe das als Kompliment“, sagt Berezovsky. Dass der Begriff nicht immer nur positiv besetzt ist, räumte er in einem Interview zwar durchaus ein. „Ich halte Virtuosität aber für großartig und würde auch nicht mit Leuten diskutieren wollen, die anders denken.“
Zweifellos braucht man genau solch einen Interpreten für Franz Liszts erstes Klavierkonzert. Virtuosentum im besten und umfassenden Sinne für ein Werk, das weitaus mehr zu bieten hat als brillantes Laufwerk.
Bei der Uraufführung 1855 konnte das Publikum übrigens ein prominentes Duo erleben: Neben Liszt am Klavier leitete Hector Berlioz als Dirigent das Konzert im Weimarer Schloss. Auf erstklassige Partner kann auch Boris Berezovsky in der Philharmonie Essen zählen:
Dem Russen zur Seite steht am Sonntag, 27. März 2011 um 18 Uhr schließlich das ausgezeichnete Orchestra dell’ Accademia Nazionale di Santa Cecilia di Roma unter der Leitung seines Musikdirektors Antonio Pappano.
Auf dem Programm stehen neben dem Liszt-Konzert Giuseppe Verdis„Aida“ (Sinfonia) sowie Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Titan“.
Konzert mit dem Orchestra dell′Accademia Nazionale di Santa Cecilia di Roma am Sonntag, 27. März 2011 um 18 Uhr im Alfried Krupp Saal
Gefördert von der Philharmonie-Stiftung der Sparkasse Essen.
Karten (Preise (€): 15,-/30,-/45,-/60,-/80,-/95,- zzgl. VVK-Gebühr) und Infos unter T 02 01 81 22-200, T 01 80 59 59 598 (0,14 €/Min.) und www.philharmonie-essen.de.
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