Gesellschaft Freunde der Künste

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13 - 16 - und 25 Februar 2010

Es war einmal… Grimm Märchen für Eilige - Statt Karneval: dreiteiliger Ballettabend von Mori, Guido und Thoss

Im Ballettabend Es war einmal… - Grimms Märchen für Eilige, der am kommenden Samstag, den 13. Februar 2010 im Großen Haus des Staatstheaters Wiesbaden Premiere feiert, verfolgen die drei Choreografen Yuki Mori, Mirko Guido und Stephan Thoss einen Erzählstrang, der von dunklen, archaischen Bildern ausgehend einen Flirt mit der harmlos scheinenden Oberfläche von Märchen wagt. Die zunächst nur mit einem eilig-flüchtigen Blick gestreiften Geschichten münden in eine skurrile Collage aller Grimmschen Figuren.

Yuki Mori, der den ersten Teil des Ballettabends choreografiert, fasst jenen Zeitpunkt ins Auge, der vor der Entstehung eines Märchens liegt. Die mythische oder unendliche Zeit seiner Bühnensituation liegt vor der Verschriftlichung und Festlegung von logischen Sinneinheiten. Die tänzerische Aktion auf der Bühne basiert auf Fragmenten möglicher Handlungsfolgen, Figuren mit wechselnden Identitäten und dunklen Stimmungen des Unfassbaren.

Mirko Guido verlässt im zweiten Teil des Abends in seiner Choreografie das dunkle, archaische Reich, aus dem die Märchen oft ihre Ambivalenz und Faszinationskraft schöpfen, und beleuchtet auf humorvolle Weise den unversiegbaren Reichtum von Phantasiewelten. Guido inszeniert die Begegnung einer Großmutterfigur mit ihrer Enkelin, die sich von ihr eine Erzählung wünscht.

Im dritten und abschließenden Teil treffen Frau Holle auf die Prinzen, die Jäger auf die Frösche und Schneewittchen auf Rotkäppchen. In dieser Collage der bekanntesten Grimmschen Märchengestalten lässt Stephan Thoss die von der Werbe- und Unterhaltungsindustrie auf Eindimensionalität abgerichteten Figuren außerhalb ihres ursprünglichen Zusammenhangs zur beschwingten Musik von Jacques Offenbach in einem bunten Reigen auftreten.

In diesem Raum feiert Thoss mit viel Augenzwinkern den Etikettenschwindel, der mit fast allen Produkten betrieben wird, denen der Stempel Grimms Märchen eingraviert ist, und macht Lust darauf, den Märchenspuren weiter zu folgen.

Das Choreografen-Dreigespann:

Yuki Mori aus Kobe, Japan erhielt seine Ausbildung an der Ballettschule des Hamburger Balletts und ist seit Sommer 2007 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden engagiert. Als Choreograf ist Mori seit 1999 tätig. Seine Produktion „Missing Link“ wurde 2005 beim Internationalen Wettbewerb für Choreografen Hannover mit dem Kritiker- und dem Publikumpreis ausgezeichnet.

2006 choreografierte er „Les Enfants Terribles“ nach dem gleichnamigen Roman von Jean Cocteau für das Ballett der Staatsoper Hannover. Im Januar 2008 erhielt Yuki Mori in Osaka den in Japan renommierten „New Artist Award“ für seine Choreografie „Chain of Feathers“. Seine erste  Arbeit für das Hessische Staatstheater Wiesbaden, „fragments blue“,  wurde im April 2008 in der Wartburg uraufgeführt.

Mirko Guido wurde 1981 in Lecce, Italien geboren. Im Alter von neun Jahren begann er seine Tanzausbildung mit Modern Dance, Jazztanz und Hip Hop. Mit 15 Jahren nahm er Unterricht in Schauspiel und Akrobatik und spezialisierte sich in der Folge auf das Ballett und den zeitgenössischen Tanz.

Seine Ausbildung absolvierte er an mehreren Schulen in Lecce, Rom, Lausanne und Zürich. Während dieser Zeit tanzte Mirko Guido bereits für das Béjart Ballet in Lausanne und kam nach mehreren Engagements in Italien und Deutschland zur Spielzeit 2008/09 an das Hessische Staatstheater Wiesbaden. 2008 gewann Mirko beim 22. Internationalen Wettbewerb für Choreografen Hannover mit “Tra me e se, Forse” den 1. Haupt- und den Publikumspreis.

Stephan Thoss, der seit Beginn der Spielzeit 2007/08 Ballettdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden ist, absolvierte seine tänzerische Ausbildung an der Palucca Schule in Dresden. In einem dreijährigen Zusatzstudium setzte sich Stephan Thoss mit der deutschen Schule des Ausdruckstanzes auseinander, basierend auf den Theorien Rudolf von Labans.

1983 wurde Thoss als Tänzer an das Ballett der Staatsoper Dresden engagiert. Von 2001 bis 2006 war Stephan Thoss Ballettdirektor der Staatsoper Hannover. In diesen fünf Spielzeiten entstanden knapp 20 neue Choreografien. Zahlreiche Tourneen führten ihn und sein Ensemble nach Europa, Asien und die USA.

Premiere: Samstag, 13. Februar 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus

 

Weitere Termine:

Dienstag, 16. Februar 2010 und Donnerstag, 25. Februar 2010, je 19.30 Uhr, Großes Haus

Andrea Bartsch
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