Der abstrakte Maler Ernst Wilhelm Nay gehört zu den bekanntesten deutschen Nachkriegskünstlern des 20. Jahrhunderts. Seine Arbeiten fehlen in kaum einer öffentlichen oder privaten Sammlung zu jener Epoche. Weniger bekannt und bisher noch weitgehend unterschätzt ist Nays Spätwerk der 1960er Jahre, das hauptsächlich in den wenigen Jahren nach der Teilnahme des Künstlers an der documenta III 1964 bis zu seinem Tod 1968 entstanden ist.
Die Ausstellung in der Schirn konzentriert sich mit etwa 30 großformatigen Gemälden und 85 Arbeiten auf Papier erstmals ganz auf diese Epoche seines Werks und entdeckt dabei einen Künstler, der mit seinen über den Bildraum hinausweisenden dynamisch-flächigen Formen und klaren Farben keineswegs historisch, sondern modern und fast zeitgenössisch wirkt. Nay entpuppt sich als aufregender Vorläufer für heutige Tendenzen; seine Motive lassen sogar an neueste Arbeiten aktueller junger Künstler denken. Mit einer konzentrierten Präsentation in drei großen Räumen stellt die Schirn diesen bisher wenig gezeigten Nay einem jüngeren Publikum vor. Erstmals rekonstruiert die Ausstellung außerdem den spektakulären Nay-Raum der documenta III 1964, in dem drei großformatige Werke des Künstlers nicht wie üblich an den Wänden, sondern von der Decke hängend als Environment präsentiert wurden.
Kuratorin: Dr. Ingrid Pfeiffer
Austellungsdauer:
22. Januar bis 26. April 2009
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Römerberg
60311 Frankfurt
TELEFON: 069 - 29 98 82-0
E-Mail: WELCOME@SCHIRN.DE
Öffnungszeiten:
Dienstags, Freitag und Sonntag 10–19 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 10–22 Uhr

