Libretto von Leo von Stein und Béla Jenbach
Wer kennt nicht „Die Mädis vom Chantant“, „Tanzen möcht’ ich, jauchzen möcht’ ich, in die Welt es schreien“, „Jaj Mamám, Bruderherz, ich kauf’ mir die Welt“ oder „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“ aus der „Csárdásfürstin“ des Ungarn Emmerich Kálmán: Die temperamentvollen Tanz-Rhythmen und charmanten Lieder faszinieren bis heute das Publikum. Der Komponist mischte eingängige Melodien, sinnliche Orchesterklänge, elegischen Wiener Walzer und ungarischen Csárdás zu einer mitreißend-effektvollen Musik, die ausgelassene Lebenslust ebenso wie Melancholie auszudrücken vermag. Das Liebes- und Verwirrspiel, das sich in den gesellschaftlichen Milieus von Adel und Varieté, zwischen standesbewusstem Pflichtgefühl und emanzipiertem Künstlertum entfaltet, ist von der Fin de siècle-Stimmung gefärbt.
Denn als das Werk am 17. November 1915 im Johann-Strauß-Theater in Wien Uraufführung feierte, hatte der Erste Weltkrieg Europa schon fest im Griff. Die Österreichisch- Ungarische Doppelmonarchie, die in dieser „Komödie des Abschieds“ noch einmal beschworen wird, war bereits im Verfall begriffen. Die Handlung spielt in Budapest und Wien kurz vor Ausbruch der Kriegsgräuel: Die Sängerin Sylva Varescu und Fürstensohn Edwin lieben einander. Doch seine Eltern, Leopold Maria und Anhilte, Fürst und Fürstin von und zu Lippert-Weylersheim, wollen ihn mit der Komtesse Stasi verheiraten, deren gesellschaftlicher Stand den Vorstellungen der Familie entspricht.
Um das zu verhindern, gibt Edwin Sylva vor Zeugen ein Eheversprechen. Doch als die Chansonnette erfährt, dass er einer anderen versprochen ist, reist sie enttäuscht ab. Anlässlich des arrangierten Verlobungsfestes kommt die „Csárdásfürstin“ dann aber nach Wien und gibt sich als Frau von Graf Boni Káncsiánu, einem Freund Edwins, aus. Die Maskerade bringt die wahren Gefühle ans Licht: Boni und Stasi verlieben sich, Edwin und Sylva entbrennen erneut vor Leidenschaft. Bis die beiden Paare aber am Ende zusammen kommen, gibt es noch einiges aufzudecken …
Besetzung
Musikalische Leitung Stefan Soltesz
Inszenierung Michael Sturminger
Bühne / Kostüme Renate Martin / Andreas Donhauser
Choreographie Craig Revel Horwood
Premiere am 23.3.2010
Weitere Aufführungen bis zum 9.7.2010
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