In einer Einsiedelei in der Nähe der englischen Stadt Liverpool fristet die unglückliche Emilia ihr Dasein. Das Kloster wurde von ihrem seit 20 Jahren verschollenen Vater gegründet. Verarmt und, wie sie glaubt, verwaist, fühlt sie sich für den Tod ihrer Mutter verantwortlich. Diese starb, nachdem Emilia heimlich mit einem Heiratsschwindler durchgebrannt war, obwohl sie bereits einem neapolitanischen Edelmann versprochen worden war. Ein heftiger Sturm führt eine Gruppe Reisender, die im Unwetter verunglückt und von einem unbekannten Seemann gerettet worden sind, in das Kloster.
Der unbekannte Seemann, Emilias Vater, ist nach vielen Jahren Gefangenschaft aus Afrika zurückgekehrt – um zu erfahren, dass seine Frau tot ist. Nun hat er sich auf die Suche nach seiner Tochter gemacht. Doch das soll nicht die einzige Übereinstimmung im Schicksal der scheinbar zufällig aufeinandertreffenden Personen bleiben, denn in der Reisegruppe befinden sich noch weitere Personen, deren Vergangenheit mit der Emilias auf seltsame Weise verbunden ist.
Das zwölfte Bühnenwerk des damals 26-jährigen Gaetano Donizetti wurde 1824 am Teatro Nuovo in Neapel uraufgeführt. Das Libretto, dessen Verfasser anonym blieb, geht wahrscheinlich auf eine dramatische Vorlage von August Kotzebue zurück. In "Emilia di Liverpool" ist die musikalische Reife Donizettis, der neben Vincenzo Bellini und Gioacchino Rossini als einer der bedeutendsten Vertreter der Belcanto-Oper des frühen 19. Jahrhunderts gilt und insgesamt 70 Opern schrieb, bereits zu spüren: So vereinen sich in diesem Frühwerk filigran ausgearbeitete Orchestersätze mit den weitläufigen und melodisch ausgewogenen Phrasen seiner dramatisch höchst ausdrucksvollen Gesänge.
Besetzung
Musikalische Leitung:Guido Johannes Rumstadt
Inszenierung:Andreas Baesler
Bühne:Harald Thor
Kostüme:Gabriele Heimann
Dramaturgie:Judith Debbeler
Premiere am 27.3.2010
Weitere Aufführungen bis zum 26.6.2010
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