Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Intendant Ulrich Peters inszeniert die unverzichtbare Strauß-Operette neu für das Staatstheater am Gärtnerplatz

Eine neue FLEDERMAUS für München, Premiere am 2.12.2010

Eine Fülle wunderbarer Melodien und ein pointenreiches, ironisch-hintergründiges Textbuch, dessen Themen allzeit und überall nachvollziehbar sind sowie eine große Zahl charakterstarker Figuren voller Leben. Welche Operette könnte besser ins Repertoire des Gärtnerplatztheaters passen?

Für die Operettenneuinszenierung der Spielzeit nimmt sich Staatsintendant Ulrich Peters selbst eines der wichtigsten Werke der Operettenliteratur an: Johann Strauß Sohns Die Fledermaus. Ein stilistisch an der Entstehungszeit ausgerichtetes Bühnenbild (Herbert Buckmiller) und ebenso zeitgemäße aufwändige Kostüme (Götz Lanzelot Fischer) bilden das optische Ambiente für ein Gesellschaftsbild, das in seinem Kern geradezu frappierend ins Heute greift.

Am 9. Mai 1873 brach in der Walzerstadt Wien die Börse zusammen. Dazu kam im Sommer eine Choleraepidemie und die Weltausstellung schloss im Oktober mit einem wirtschaftlichen Misserfolg. Aber eben, weil es sich auf den Trümmern des Verfalls immer schon am besten tanzen und feiern ließ, kam Johann Strauß’ Uraufführung der Fledermaus im April 1874 in Wien gerade zum rechten Zeitpunkt.

Die Inszenierung greift diese aktuellen Bezüge ebenso auf, wie sie den hintergründigen Witz der Operette herauskitzelt und natürlich deren musikalischen Reichtum voll ausschöpft.

Prächtige Charakterstudien ermöglichen die unsterblichen Strauß’schen Figuren den Operettenspezialistinnen und Spezialisten aus dem Gärtnerplatz-Ensemble: Daniel Fiolka und Tilmann Unger alternieren in der Partie des Gabriel von Eisenstein an der Seite von Heike Susanne Daum und Christine Buffle als Gast in der Rolle der Rosalinde. Kammerzofe Adele mit ihrem Hang zu Höherem kommt in Gestalt von Sibylla Duffe (soeben mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet) auf die Bühne, alternierend mit Ensemble-Neuzugang Ella Tyran. Mit Mario Podrecnik und Robert Sellier (Alfred), Franziska Rabl (Prinz Orlowsky), Dirk Lohr (Gefängnisdirektor Frank) u.v.a. sind auch die übrigen Partien hochrangig besetzt. Die besondere Rolle des Gerichtsdieners Frosch liegt in dieser Fledermaus bei Schauspieler Thomas Peters, der die Figur über ihre traditionelle Funktion samt frechen tagespolitischen Anspielungen hinaus mit einem unerwarteten „gewissen Etwas“ bereichert.

Für viel Bewegung und Tanz sorgen nicht zuletzt die Solisten des TanzTheaterMünchen in der Choreografie von Fiona Copley. Die musikalische Leitung am Pult übernimmt Kapellmeister Andreas Kowalewitz.

Die Fledermaus steht am Gärtnerplatz in großer Tradition. Bereits ein Jahr nach der Uraufführung zum ersten Mal hier aufgeführt, erlebte die Operette bis heute nicht weniger als acht Inszenierungen. Stellvertretend für die große Reihe von Sängern und Darstellern, die diese Operette bereits gestalteten seien hier nur Johannes Heesters und Karl Valentin genannt, der 1937 als Frosch auf der Bühne des Gärtnerplatztheaters stand.

Zur Handlung:

Doktor Falke lockt seinen Freund Eisenstein, der an sich im Gefängnis einpassieren sollte, als Marquis Renard auf ein champagnertrunkenes Fest des Prinzen Orlofsky. Jeder spielt dort mit Jedem in durchsichtigem Inkognito. Das Stubenmädchen Adele als aufstrebende Künstlerin, der Gefängnisdirektor Frank als französischer Chevalier und Eisensteins Frau Rosalinde als maskierte ungarische Gräfin. Ihr Ex-Liebhaber, der Sänger Alfred, sitzt derweilen anstelle von Eisenstein im Gefängnis. Erst in der Katerstimmung des nächsten Morgens bröckeln im Gefängnis die angemaßten Scheinwelten. Was war nur Sinnenrausch und Schwindel, was war Lug und Betrug? Den Überblick behält allenfalls der Gefängniswärter Frosch als eigensinniger Freund des Sliwowitz’ mit dem vielleicht klarsten Blick auf die wahren Verhältnisse.

Die Fledermaus

Operette von Johann Strauß, Text von Carl Haffner und Richard Genée

Nach der Komödie LE RÉVEILLON von Ludovic Halévy und Henri Meilhac

Premiere am Donnerstag, 2. Dezember 2010, 19.30 Uhr

Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz, Inszenierung: Ulrich Peters

Bühne:  Herbert Buckmiller; Kostüme: Götz Lanzelot Fischer, Choreographie: Fiona Copley

Besetzung (Premierenbesetzung unterstrichen)

Gabriel von Eisenstein      Daniel Fiolka / Tilmann Unger

Rosalinde, seine Ehefrau  Christine Buffle / Heike Susanne Daum

Frank, Gefängnisdirektor   Dirk Lohr

Prinz Orlofsky                  Franziska Rabl

Alfred, Gesangslehrer       Mario Podrecnik / Robert Sellier

Dr. Falke, Notar               Juan Fernando Gutiérrez / Torsten Frisch

Dr. Blind, Advokat            Cornel Frey / Hans Kittelmann

Adele, Kammermädchen  Sibylla Duffe / Ella Tyran

Ida, ihre Schwester          Ulrike Dostal / Milica Jovanovic

Frosch, Gerichtsdiener     Thomas Peters

Termine:            Premiere 2. Dezember 2010      

dann 6., 8., 31. Dez. 10; 6., 8., 13., 19., 30.** Jan 11;

4., 26. März; 2. April; 10. Mai 2011

**= Nachm., 15.00 Uhr

Kontakt

Staatstheater am Gärtnerplatz
Anke Michaelis
Leiterin Marketing; Pressesprecherin
Gärtnerplatz 3
80469 München

Tel: 089.20 24-12 08
Fax: 089.20 24-14 09
mobil: 0173.198 55 69

anke.michaelis@st-gaertner.bayern.de