Diese beiden Einakter spielen beide im Florenz der Renaissance, sind zur selben Zeit entstanden (um 1918) und es geht in beiden Stücken um ›schöne Dinge‹, wie man dazu kommt, was es die Menschen kostet und wie lächerlich sie sich dabei machen.
In ästhetischer und musikalischer Hinsicht sind die beiden Stücke aber sehr unterschiedlich: die Florentinische Tragödie ist eine bedrückend-irritierende szenische Studie um eine Frau zwischen zwei Männern, Gianni Schicchi ist ein Satyrspiel, eine Groteske, eine musikalische commedia dell’arte.
Wie sie sich ineinander spiegeln, macht den Reiz einer gemeinsamen Aufführung aus. Zemlinsky vertonte ein Dramenfragment von Oscar Wilde: Ein florentinischer Kaufmann trifft seine Frau zu Hause in Gesellschaft des Sohnes des Herzogs an. In einer spannungsgeladenen Atmosphäre entwickelt sich zwischen den Männern mühsam ein Gespräch über Handelsgüter, Waren und Stadtpolitik, doch in Wahrheit geht es um den Besitz der Frau.
Schließlich kommt es zur Explosion, die Frau fordert ihren Geliebten auf, ihren Mann zu töten – doch dieser siegt. Und die Frau muss feststellen, dass sie keine Ahnung von der Stärke ihres Mannes hatte – und er keine von ihrer Schönheit. Gianni Schicchi ist der erfolgreichste Einakter aus Puccinis Trittico, Vorlage sind einige Zeilen aus Dantes Divina Commedia.
Der Emporkömmling Gianni Schicchi dient sich einer Adelsfamilie an, deren Mitglieder sich vom verstorbenen Oberhaupt testamentarisch unterversorgt fühlen. Schicchi spielt den sterbenden Buoso Donati und diktiert dem Notar ein neue Testament, dem zufolge die wertvollen Güter in seiner Tasche landen – und seine Tochter in den Armen des jungen Rinuccio Donati. Die Verwandten stehen zähneknirschend dabei, können aber in Anwesenheit des Notars nicht protestieren. Und Schicchi triumphiert.
Aufführungen bis zum 4.7.2010
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