Fast 50 Jahre nach seiner Gründung hat das „Arsenal – Institut für Film und Videokunst“ nicht nur eine 10.000 Titel umfassende Filmesammlung vorzuweisen. Das Archiv spiegelt ein halbes Jahrhundert internationaler Kinogeschichte jenseits des Kommerziellen.
Unter der Überschrift „Living Archive“ widmet sich das Arsenal mit mehreren Projekten der Aufarbeitung dieses einzigartigen Archivs.
Eines dieser Projekte ist ein Stipendiatenprogramm des Goethe-Instituts für Film- und Videokuratoren aus dem Ausland. Die erste Stipendiatin, Madhusree Dutta, ist Filmemacherin sowie Gründerin und Direktorin eines interdisziplinären Kunst- und Forschungszentrums in Mumbai. Sie beginnt im März mit ihrer Arbeit in Berlin.
Es gibt Filme, die weltweit nur im „Arsenal – Institut für Film und Videokunst“ überlebt haben. Filmkopien altern jedoch. Das gesamte Archiv mit hohem Aufwand zu digitalisieren, ist jedoch nicht zu leisten; dies hieße komplizierte Material- und Rechtefragen zu klären, den filmhistorischen und sammlungsspezifischen Kontext herzustellen und die jeweiligen Filme in ihrer Bedeutung für die Gegenwart zu untersuchen.
Um seine Schätze trotzdem so weit wie möglich zugänglich zu machen hat das Arsenal unter der Überschrift „Living Archive“ zahlreiche Aktivitäten geplant. Begonnen hat es mit der Veröffentlichung einer Filmdatenbank (http://films.arsenal-berlin.de/), die zunächst einmal Einblick in die Bestände gibt.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2011 ist das Teilprojekt „Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis“ geplant: Es sieht vor, Künstler und Kuratoren einzuladen, aus ihrem Interessensgebiet heraus Projekte zu realisieren, die von den Beständen des Arsenal ausgehen.
Außerdem sind Kooperationen mit der Ruhr-Universität Bochum, der J.-W.-Goethe-Universität Frankfurt sowie der Freien Universität Berlin geplant.
Das Stipendiatenprogramm des Goethe-Instituts sieht vor, jährlich zwei Film- und Videokuratoren aus dem Ausland die Möglichkeit zu geben, bis zu drei Monate in Berlin zu leben und während dieser Zeit im Archiv zu recherchieren und eigene Projekte zu entwickeln.
Die erste „Goethe“-Stipendiatin steht fest: Madhusree Dutta stammt aus Indien, ist Filmemacherin, Dozentin, Produzentin und Aktivistin. Sie ist Gründerin und Direktorin von Majilis, einem interdisziplinären Kunst- und Forschungszentrum in Mumbai, und wird von März bis Juni 2011 im Archiv des Arsenal tätig sein.
Quelle:
http://www.goethe.de/prs/prm/a...
"Living Archive": "Das Arsenal – Institut für Film und Videokunst" und das Goethe-Institut kooperieren
Ein Effekt der „Goethe“-Stipendiatenprogramme könnte die Restaurierung, Digitalisierung und gegebenenfalls dauerhafte Rückführung einzelner Filme oder Sammlungsteile in die jeweiligen Produktionsländer sein.
So gibt es beispielsweise zahlreiche Filme aus afrikanischen Ländern aus den 1980er Jahren, das indische Kino rückte in den frühen 1990er Jahren verstärkt ins Blickfeld, es gibt Schwerpunkte aus China, den Philippinen oder einigen lateinamerikanischen Ländern. Über die Goethe-Institute aus den Herkunftsländern der Stipendiaten findet eine Rückbindung in die lokalen Szenen statt.
Im Rahmen des Berlinale-Programms „Forum Expanded“ findet am 19. Februar um 12.30 Uhr im Arsenal ein Panel zum Thema statt: Vertreterinnen des „Arsenal – Institut für Film und Videokunst“ und des n.b.k. Video Forums diskutieren mit Filmemachern und Künstlern unter dem Titel „Open Archives“ über die Bedeutung und Perspektiven von künstlerisch ausgerichteten Film- und Videoarchiven in der Gegenwart. Der Eintritt ist frei.
Kontakt:
Christoph Mücher
Pressesprecher
Goethe-Institut Zentrale
Tel.: +49 89 15921 249
E-Mail: muecher@goethe.de
Stefanie Schulte Strathaus
Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Tel.: +49 30 26955 141
E-Mail: stss@arsenal-berlin.de
Quelle:
http://www.goethe.de/prs/prm/a...

