Zwei ältere Brüder treffen sich jeden Donnerstag und jeden Dienstag. Beide sind Künstler: Robert, der Schauspieler, der immer noch davon träumt, den König Lear zu geben, und Karl, der Tellerjongleur, der seinen Beruf längst an den Nagel gehängt hat. Beide verbindet eine komplizierte Geschwisterliebe. Vor kurzem ist Mathilde, Karls Lebensgefährtin, gestorben und hat das Wochenendhäuschen aber Robert hinterlassen. Eine Irritation. Beide sprechen zum ersten Mal über sich, über die abwesende Mathilde, beide philosophieren über die Kunst und das Älterwerden.
Thomas Bernhard schrieb ein Stück über das Verhältnis von Artistik und Kunst und spiegelt damit zugleich zwei verschiedene Arten der Existenzbewältigung. Auf der einen Seite steht die „Autonomie des Artisten, der stets nur sich darstellt“, auf der anderen Seite der reproduzierende Sprechkünstler, der Schauspieler, der sich an eine stabilisierende Autorität, an die vorgegebene Rede des Autors, anlehnt. Anrührend komisch wird der Abend, da in diesen beiden Künstlerfiguren auch sichtbar, wie sie jetzt im Alter mit der stets mühevoller werdende Bewältigung des Daseins umgehen: „ Jetzt brauche ich auch zum Nägelschneiden / die Lesebrille.“
Aufführungen
07. Oktober 2010, 09. Oktober 2010,12. Oktober 2010, 13. Oktober 2010, 21. Oktober 2010, 24. Oktober 2010, 27.Oktober
Kontakt
Mag. Inez Ardelt
Presse
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Landestheater Linz
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