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Kino-Premieren in Berlin und Köln

Ein modernes, altes Märchen und ein Roadmovie - Ballade Dokumentarfilm „Ballada" über das Kultauto Lada

Autos, so sagte ein russischer Dichter, seien nichts für ein Volk, das dem Wodka und der Melancholie verfallen ist. Und Dichterworte sind schliesslich nicht selten Gesetz in Russland. Aber in diesem Land ist nicht nur der Dichter mehr als ein Dichter.

In Russland ist auch ein Auto mehr als nur ein Auto, es ist ein beseeltes Wesen: wie Lada – was auf russisch „Geliebte“ heisst. Auch 40 Jahre nachdem das kantige Lada-Modell an den Ufern der Wolga in Togliatti das Licht der sowjetischen Realität erblickte, bewegt sich die Mehrzahl der Russen in diesem altmodischen Gefährt, das als rustikaler Nachbau in italienischer Lizenz
enstand:

Ein lebendiges Wesen, kauzig wie die Menschen, die ein Leben mit und in „ihrer Lada“ verbringen. Da ist Murad, der heimwehkranke kaukasische Taxifahrer in Moskau.

Die Polizisten Oleg und Vladimir in der russischen Provinz, die davon träumen, endlich einen Terroristen zu fangen. Dann Kolja, Edek und Sascha, die ihr halbes Leben in den unterirdischen Garagen verbringen, ihr letztes Refugium, nachdem man sie in der neusortierten Oberwelt nicht mehr benötigt.

4000 km weiter nördlich, am verschneiten Ende der Welt wohnen Maxim und Tatjana, die vor Jahrzehnten einen Lada zur Hochzeit bekommen haben.

Vladimir, der tschetschenische Kriegsveteran, der sein Leben mit Lada bei den Gräbern seiner Freunde verbringt, die ihre letzte Ruhe auf einem abgelegenen
Soldatenfriedhof gefunden haben. Und schließlich Michail, der einsame Alte, der mit seinem Hund und seiner „besseren Hälfte Lada“ in der Taiga wohnt.


Sie allesamt sind Menschen, die von den Veränderungen der letzten Jahre an den Rand der Gesellschaft gespült wurden. Überlebende, Überlebenskünstler, wie Lada, die uns mit ihrer Erzählung in die Welt ihrer abseitigen Helden führt und uns damit auf eine subjektive wie poetische Erkundung des heutigen Russlands mitnimmt.

Ein modernes, altes Märchen und ein Roadmovie, immer dann, wenn Michails verdammte Kiste endlich anspringt.

Kino-Premieren in Berlin und Köln - ARTE-Themenabend am 20. Februar
Neuer Dokumentarfilm „Ballada" über das Kultauto Lada


BALLADA D 2009 / 93 mins
Regie: Andreas Maus
Kamera: Eugen Schlegel
Schnitt: Lena Rem
Redaktion: Sabine Rollberg
Produzent: Gunter Hanfgarn
Eine Koproduktion mit WDR/arte, gefördert von der Filmstiftung NRW und dem
Medienboard Berlin-Brandenburg.


FESTIVALS
- Filmfest München 2009
- Filmfestival Cambridge (GB) 2009
- Docupolis Filmfestival Barcelona (E) 2009
- Festival des deutschen Films in Rußland: Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk
2009
- Filmfestival Guangzhou (China)
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