Fast vier Jahre hat es gedauert, bis Dillon nach ihrem Debüt „This Silence Kills“ nun mit „The Unknown“ ein Folgealbum veröffentlicht hat.
Im immer schnelllebigeren Pop-Business eine halbe Ewigkeit, aber an die in Brasilien geborene Musikerin, mit bürgerlichem Namen DominiqueDillonde Byington, lassen sich ohnehin nur schwer die Maßstäbe der Musikbranche anlegen.
Konzert in Deutschland
Ihr erstes Album war lieblich und anziehend genug, um sich in den Musikmagazinen als Pop-Platte mit Singer/Songwriter-Leidenschaft zu etablieren; und ausreichend experimentell, um als Kunst-Projekt in den Feuilletons ernst genommen zu werden. Von Chanson-Pop war die Rede, von sinnlicher Elektronik und einer Stimme, die mit Feist, Björk oder Joanna Newsom verglichen wurde, aber das auch nur, um diesem einzigartigen und unvergleichlichen Timbre der inzwischen in Berlin lebenden Künstlerin irgendwie nahe zu kommen.
Ihre besondere Stimme steht auf dem neuen Album „The Unknown“ trotz vieler elektronischer Ornamente mehr als zuvor im Vordergrund. Die neuen Stücke sind direkter, natürlicher und freimütiger als vor vier Jahren. Wieder fragt sich die Musikpresse, wie man das nennen könnte: Indie-Operette? Elektro-Pop?
Konzert in Darmstadt
Dabei kann bei Dillon alles so simpel sein: Ein Klavier, eine Stimme und eine Geschichte – das sind die Elemente, die ihr ausreichen, um ihre Magie zu verbreiten, ganz gleich wie man dabei ihre Musik bezeichnen mag. „Ein Lied zu schreiben ist wie Kotzen. (...) Man kotzt es aus, dann guckt man es sich an und sieht, was drin war“, hat Dillon einmal in einem Interview gesagt. Vielleicht bringt es ihre musikalische Direktheit besser auf den Punkt als alles, was je ein Musikjournalist über sie gegrübelt und geschrieben hat.
Im Oktober ist Dillon mit ihrem neuen Album auf Tour und erstmals in der Centralstation zu sehen. (CHJ)


Dillons neue Stücke sind direkter, natürlicher und freimütiger als vor vier Jahren. Quelle: Centralstation Darmstadt