Gesellschaft Freunde der Künste

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Ein Karl-May-Projekt

DURCH DIE WÜSTE am 5.3.2010 in Mainz

Der sagenumwobene und märchenhafte Orient ist der Schauplatz von Karl Mays berühmten Reise- und Abenteuerromanen um die Figur des Ich-Erzählers Kara Ben Nemsi und seines arabischen Dieners Hadschi Halef Omar. Die phantasiereichen Erzählungen über wilde Abenteuer und harte Überlebenskämpfe von den Dünen der Sahara, zum Roten Meer bis nach Mekka, begeisterte Leser über Jahrzehnte. Mays Orient ist bevölkert von korrupten und gesetzlosen Beamten, von Verbrecherbanden mit mafiösen Strukturen, von Glaubenskriegern und unterdrückten Haremsfrauen. Aus literarischen und wissenschaftlichen Quellen schuf er ein höchst spekulatives Bild des Orients, den er erst viel später selbst bereiste.

Es ist ein Bild, das sich nah an der christlich-europäischen Geisteshaltung des 19. Jahrhunderts orientiert, das vielleicht immer noch tief an die Wurzeln unserer Kultur rührt. Ausgehend von Karl May macht sich der junge Regisseur André Rößler auf eine lustvoll-multimediale Suche: Was steckt hinter den Klischees über die islamische Religion, ihre Kultur und Mentalität? Existiert der „clash of cultures“ womöglich nur in unseren Köpfen? Wenn ja: Welche Schablonen, Blickwinkel, Projektionen sind es eigentlich, die die westliche Wahrnehmung vom „Orient“ bestimmen?

Karl May (1842 – 1912) war einer der produktivsten Abenteuerschriftsteller und zählte jahrzehntelang zu den meistgelesenen Autoren Deutschlands. Bekannt wurde er vor allem durch seine so genannten Reiseerzählungen, die vorwiegend im Orient, in den USA und in Mexiko angesiedelt sind. Viele seiner Werke wurden verfilmt, für die Bühne adaptiert, zu Hörspielen verarbeitet oder als Comics umgesetzt.

André Rössler, 1978 in Wolfen geboren, studierte Chemie in Jena und Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. nach seiner Diplominszenierung „Mamma Medea“ von Tom Lanoye am Deutschen Theater Berlin, inszenierte er am Staatstheater Stuttgart und am Jungen Schauspiel Hannover. Am Staatstheater Mainz zeigte er bereits „Reigen“ (2007) und „Frühlings Erwachen! (live fast – die young)“ (2009).

Premiere am 5. März 2010, Kleines Haus


Im Rahmen des Karl-May-Projektes planen wir ein „Festival arabische Dramatik“. In halb-szenischen Lesungen werden zeitgenössische Stücke u. a. aus Libyen, Ägypten, Jordanien und Syrien präsentiert. Rund um die Lesungen soll ein Symposium zum Thema „Der Orient zwischen Klischees, Vorurteil und Wirklichkeit“ stattfinden.

Besetzung

Inszenierung André Rössler
Bühne Tine Becker
Kostüme Simone Steinhorst
Video Elmar Szücs

Premiere am 5.3.2010

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