Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Duisburg erwirbt Lehmbruck-Nachlass

Nach beinahe vierjährigen Verhandlungen ist es der Stadt Duisburg gelungen, den umfangreichen Nachlass des Bildhauers und Graphikers Wilhelm Lehmbruck dauerhaft zu sichern. Damit ist die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, die bisher rund 165 Werke Lehmbrucks, vor allem seine Plastiken erworben hatte, weltweit zur alleinigen und einzigartigen Sammlungs- und Forschungsstätte des Künstlers der klassischen Moderne avanciert.

Wilhelm Lehmbruck gilt als einer der Wegbereiter der Plastik des 20. Jahrhunderts. Er studierte an Kunstakademie in Düsseldorf und erhielt als Meisterschüler von Karl Janssen ein Stipendien sowie ein Freiatelier. Während in seinen ersten Arbeiten noch vorrangig soziale Thematiken in schweren plastischem Volumen verarbeitet werden, löste sich der spätere Lehmbruck allmählich vom klassischen Kanon los und entwickelte eine Kunst hin zu einer entmaterialisierten, expressiven Form. Dies geschieht in einem überlängten, raumausgreifenden Stil, der zunehmend architektonischer und abstrakter wird.

Aus dem künstlerischen Nachlass können nun – vertraglich gesichert – 33 Skulpturen, 18 Gemälde, 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 260 Druckgraphiken dazugewonnen werden. Diese 1141 Werke standen bisher nur als Leihgaben der Erbengemeinschaft Lehmbruck zur Verfügung. Diese Werke standen seit 1964 nur als Leihgaben der Familie Lehmbruck zur Verfügung und wurden von ihr 2005 der Stadt Duisburg vorrangig und befristet zum Kauf angeboten.

Am Erwerb beteiligen sich der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das Land Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW zusammen mit 6 Millionen Euro, die Stadt Duisburg mit 5 Millionen Euro und drei Großunternehmen der Duisburger Wirtschaft: Franz Haniel & Cie. GmbH, Klöckner & Co SE sowie ThyssenKrupp Steel AG mit 4 Millionen Euro.

Für Prof. Dr. Christoph Brockhaus, Direktor der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, kann die seit langem angestrebte Sicherung des gesamten Lebenswerkes von Wilhelm Lehmbruck als Basis der herausragenden internationalen Skulpturensammlung des 20. Jahrhunderts nicht hoch genug eingeschätzt werden. Darum wird das Museum auch - mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr RUHR 2010 – das Schaffen Wilhelm Lehmbrucks unter betonter Einbeziehung der Neuerwerbungen in den Jahren 2009/10 in einer Folge von wechselnden Präsentationen der Öffentlichkeit vorstellen.