Das Düsseldorfer Schauspielhaus will einen Blick über den Tellerrand wagen und mit einer Reihe von Gastspielen anderer renommierter Theater die Welt nach Düsseldorf einladen.
Den Anfang machen die Düsseldorfer mit dem Deutschen Theater Berlin und einer Inszenierung von Andreas Kriegenburg. — Kafka hatte einzelne Gedanken auf kleine Zettel notiert. Der titelgebende Aphorismus, Ausweis einer Welt, in der das Verstehen an seine Grenzen kommt, trägt die Nummer 16. Seltsame und völlig absurde Realitätsverschiebungen, das Scheitern der Figuren, ihr vergebliches Streben, ihre Paranoia sind die Themen in vielen Texten Kafkas. Jene Geschichten über die Rätselhaftigkeit der Welt, der der Einzelne oft ohnmächtig gegenübersteht, entbehren mitunter nicht einer gewissen Komik.
Schauspielhaus Düsseldorf zeigt Franz Kafka
In einer Welt, in der jede Veränderung als Bedrohung empfunden wird, unabhängig von der Realität der Bedrohung, in der die Grenzen zwischen der Psyche des Individuums und der Gesellschaft verschwinden, liegt es nahe, sich dem erzählerischen Werk Kafkas zuzuwenden. Wenn alle Prinzipien relativ geworden sind, ist Angst das einzige Prinzip, das noch gilt. Deren Kräftefeld und Folgen vermessen Regisseur AndreasKriegenburg und das Ensemble des Deutschen Theaters Berlin in und mit den Texten Kafkas.
»Das sieht nie trist oder elend aus, sondern ist als eine amüsante Choreographie der Vergeblichkeit arrangiert. Kriegenburg gelingt es tatsächlich, den Texten immer wieder ihre Komik abzulauschen und diese in bizarre, im wahrsten Sinne des Wortes schräge Bilder umzusetzen.« Frankf urter Allgemeine Zeitung
Mit: Elias Arens, Laura Goldfarb, Moritz Grove, Bernd Moss, Jörg Pose, Nele Rosetz, Natali Seelig, Lisa Quarg — Regie und Bühne: Andreas Kriegenburg — Kostüm: Andrea Schraad — Dramaturgie: Juliane Koepp
Theater in Düsseldorf
Ein Käfig ging einen Vogel suchen — von Franz Kafka — Eine Produktion des Deutschen Theaters Berlin — am 6. und 7. Dezember


Schauspielhaus Düsseldorf, (c) Bernhard Pfau (1902-89), photographed by Johann H. Addicks