Gesellschaft Freunde der Künste

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Verleihung beim Start der 2. Quadriennale in Düsseldorf

Düsseldorf - Kunstpreis für Thomas Schütte - Preis ist mit 55.000 Euro dotiert

Der Kunstpreis 2010 der Landeshauptstadt Düsseldorf geht an Thomas Schütte. Die festliche Verleihung findet am 10. September 2010 anlässlich der Eröffnung der diesjährigen Quadriennale statt. Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers bei der Verkündung des Preisträgers am späten Donnerstagnachmittag (15. April) nach der Jury-Sitzung in Berlin:

"Einmal mehr wird die Landeshauptstadt ganz im Zeichen der Bildenden Kunst stehen und mit ihren hochkarätigen Kunstausstellungen und -veranstaltungen zu einem attraktiven Ziel des nationalen wie internationalen Kunstbetriebs werden."

Thomas Schütte zählt zu den renommiertesten Künstlern Europas, der wesentliche Impulse im internationalen Kunstgeschehen gesetzt hat. Er erhält den mit 55.000 Euro dotierten Kunstpreis, der 2006 anlässlich der 1. Düsseldorfer Quadriennale erstmals verliehen wurde und damit gleich von Anbeginn zu den herausragenden Auszeichnungen im Bereich der Bildenden Kunst zählt.

Erster Preisträger war der US-amerikanische Künstler Bruce Nauman, 2007 erhielt die in Amsterdam lebende Malerin Marlene Dumas den Kunstpreis und 2008 die Künstlerin Rosemarie Trockel.

Die Jury-Entscheidung für Thomas Schütte fiel am Donnerstag (15. April 2010) in der NRW-Landesvertretung in Berlin. Der Preisträger hat die Nachricht freudig aufgenommen und Oberbürgermeister Elbers herzlich gedankt. Er sehe dies als wichtige Anerkennung für seine Arbeit und freue sich schon sehr auf den 10. September.

In der Begründung der Jury für die Preisverleihung an Thomas Schütte heißt es: "Thomas Schütte gehört seit den 1980er-Jahren zu den einflussreichsten und richtungsweisenden Künstlern seiner Generation. Sein Werk umfasst Skulpturen, Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen, Fotografie, Keramiken, Installationen und Architekturen.

In all diesen Medien entwickelt er immer wieder neue Modelle im Umgang mit Skulptur und Bild im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion."

Und weiter: "In seinem komplexen Oeuvre interpretiert er formal traditionelle Kunstgenres neu. Inhaltlich erscheinen seine Arbeiten existentiell widersprüchlich:

Sie pendeln zwischen einer vordergründigen Harmlosigkeit und einer hintergründigen Monstrosität, sie können erzählerisch, humorvoll, ästhetisch ansprechend, aber auch gesellschaftskritisch oder ironisch sein. Schüttes Installationen und Ausstellungsinszenierungen können als Bühnen für ein absurdes Welttheater verstanden werden."

Jury-Zusammensetzung Kunstpreis 2010

Oberbürgermeister Dirk Elbers (Vorsitzender), Kulturausschuss-Vorsitzender Friedrich G. Conzen, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Kultur, Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff sowie Prof. Dr. Stephan Berg (Direktor Kunstmuseum, Bonn), Prof. Katharina Grosse (Künstlerin, Berlin), Dr. Amine Haase (Journalistin, Köln), Prof. Tony Cragg (Rektor Kunstakademie, Düsseldorf), Dr. Marion Ackermann (Direktorin K20/K21, Düsseldorf), Paula van den Bosch (Bonnefantenmuseum, Maastricht) und Beat Wismer (Generaldirektor der Stiftung museum kunst palast, Düsseldorf).

Kurzvita

Thomas Schütte (16. 11. 1954, Oldenburg) studierte unter anderem bei Gerhard Richter an der Düsseldorfer Kunstakademie und zählt heute zu den renommiertesten Künstlern Europas. Sein vielseitiges Oeuvre umfasst sowohl Skulpturen, Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen, Fotografie, Keramiken und Architekturmodelle.

Schüttes Arbeiten sind sowohl gesellschaftskritisch, als auch humorvoll und ironisch. So baute er 2002 "Ferienhäuser für Terroristen", betitelte eine Serie böse dreinschauender Bronzebüsten als "Wicht" (2006), entwickelte mit den "One Man Houses" (2003/05) Ideen zu neuen Lebensformen oder entwarf 1982 ein "Modell für ein Museum", in dem ein Ofen zur "Verheizung" der Kunst bereit stand.

Im skulpturalen Bereich ist Schütte vor allem für seine anthropomorphen, schwulstigen Aluminiumfiguren, die "Großen Geister" bekannt, die auf spiralförmig aus Wachsschnüren geformte Maquetten zurückgehen. Generell geht es Schütte um eine Neuinterpretation der traditionellen Kunstgenres und um die Betonung des Handwerklichen.

Seiner Meinung nach brachliegende Felder der Kunst wie zum Beispiel das Portraitzeichnen oder vergessene Medien und Materialien wie Keramik oder Bronze möchte er durch sein Kunstschaffen reanimieren.

Stichwort: Kunstpreis

Als Kunstmetropole besitzt Düsseldorf einen historisch gewachsenen, international anerkannten Ruf. Neben den Museen trägt bis heute die Düsseldorfer Kunstakademie mit den aus ihr hervor gegangenen international bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern zu diesem Ansehen bei.

Um Düsseldorf noch stärker als Stadt der Bildenden Kunst zu positionieren, stiftete die Landeshauptstadt einen neuen Kunstpreis, der 2006 erstmals anlässlich der Quadriennale verliehen wurde.

Der Preis ist mit 55.000 Euro hoch dotiert. Er wird an herausragende Künstlerpersönlichkeiten verliehen, deren Werk richtungsweisend für die Entwicklung der Gegenwartskunst ist.

Stichwort: Quadriennale 2010 - Kunstgegenwärtig

Unter dem Titel "Kunstgegenwärtig" findet von September 2010 bis Januar 2011 die zweite Quadriennale in Düsseldorf statt. Zehn Düsseldorfer Museen und Ausstellungshäuser beteiligen sich mit hochkarätigen Ausstellungen. Thema ist die Gegenwartskunst der letzten 50 Jahre - mit Fokus auf Düsseldorf und das Rheinland im internationalen Kontext.

Arbeiten der großen Pioniere wie Beuys, Byars und Broodthaers werden in umfassenden Einzelausstellungen gezeigt. Aber auch die aktuelle Künstlergeneration, deren Bandbreite von Katharina Sieverding über Katharina Grosse bis zu Björn Dahlem reicht, wird in zahlreichen Ausstellungen gewürdigt.

Darüber hinaus bereichern Partner, darunter alleine 33 Düsseldorfer Galerien, das ambitionierte Programm der Quadriennale, das mit dem zweitägigen Symposion "Objekte für Alle und Keinen" eingeleitet wird.

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