Tragisch, poetisch, humorig, hintergründig und hochgradig existentiell präsentieren die Slowakischen Filmtage unter dem Dach der donumenta Kurz- und Langfilme aus der Slowakei. Die Regie von Martin Šulík, Vlado Fischer, Juraj Lehotský, Marko Škop, Martin Repka und Štephan Uher steht für künstlerische anspruchsvolle Produktionen.
Voll von symbolischer Kraft und als Sinnbild für das Irreale im Slowakischen Film startet die Reihe mit „The Garden“. In einem verwunschenen Garten entfaltet Martin Šulík ein absurdes Szenario voller Magie. Dort entwickelt ein 30jähriger, dessen Leben an einem toten Punkt angelangt ist, einen völlig neuen Blick auf die Welt. Auch in „Orbis Pictus“ entführt Martin Šulík in seine skurrile Filmwelt. Traumversunken folgt der Zuschauer dem Weg eines sechzehnjährigen, sehr kindlich gebliebenen Mädchens durch die Slowakei. Orientierung gibt dabei eine herausgerissene Märchenkarte.
„Half-life“ bedeutet soviel wie Midlifecrisis. Der Film von Vlado Fischer ist eine urbane Tragikomödie über Leute in den Vierzigern, die zu Geld gekommen sind, immer noch Rock’n’roll hören und statt an Drogen an ihren Handys hängen.
„Blind Loves“ von Juraj Lehotský ist ein viel gelobter Dokumentarfilm, der 2008 unter anderem in Cannes ausgezeichnet wurde. Er handelt von der Liebe zweier Blinder. Zwar kann Liebe auch Sehende blind machen, der Film zeigt aber wie viel schwerer es für Blinde ist, in dieser Welt ihre Liebe und ihren Platz zu finden. Der Film beschert seinen Zuschauern völlig neue Sichtweisen auf das Glück.
Mehrfach ausgezeichnet wurde auch „Other Worlds“ von Marko Škop. Der Film erzählt von einem Ort ganz im Osten der Slowakei, wo das rationale Westeuropa endgültig aufhört und der emotionale Osten beginnt. Hier im „verrückten Osten“ leben Ruthenen, Juden, Roma, alte und junge Slowaken in einer Art Klein-Babylon. Trotz des wachsenden Globalisierungsdrucks versuchen sie ihre eigene Lebensweise zu erhalten. – Ein eindrucksvoller Dokumentarfilm mit sensiblen Portraits der Repräsentanten verschiedener Bevölkerungsgruppen.
Die junge Stewardess Vanda hat in „The Return of the Storks“ ein wenig den Boden unter den Füßen verloren. Aus diesem Leben flieht sie in ein kleines slowakisches Bergdorf zu ihrer Großmutter. Hier beginnt eine Auseinandersetzung mit der deutsch-slowakischen Vergangenheit. Der Film ist autobiografisch motiviert. Der Regisseur Martin Repka selbst wurde in Frankfurt als Sohn slowakischer Exilanten geboren.
Mit „Die Sonne im Netz“ wagt die donumenta einen Blick in die Filmgeschichte der Slowakei. Es ist der erste slowakische Film, der die sozialen Unterschiede zwischen Stadt und Landleben aufgegriffen hat. Die Liebesgeschichte gilt als Beginn des neuen slowakischen und tschechischen Kinos in den 1960er Jahren.
Die donumenta präsentiert dieses Jahr die slowakischen Filmtage, die eine Umsetzung des Programms der Zusammenarbeit Bayerns mit der Slowakischen Republik darstellen. An dieser Stelle sei insbesondere Alexandra Strelková und Katarína Tomková vom slowakischen Filminstitut ganz herzlich für ihre Unterstätzung gedankt.
Die Filme sind vom 16. bis zum 22. Oktober in der Filmgalerie im „Leeren Beutel“, Bertoldstraße 8 in Regensburg zu sehen.
„The Garden“ (16. und 17.10., jeweils 19.00 Uhr),
„Half-Life“ (17.10., 21.00 Uhr., 18.10., 19.00 Uhr),
„The Return of Storks“ (18.10., 21.00 Uhr. 19.10., 19.00 Uhr). Erfolgt in Anwesenheit der Regisseure.
„Blind Loves“ (19.10. um 21.00 Uhr und 20.10. um 19.00 Uhr),
„Sonne im Netz“ (20.10. um 21.00 Uhr),
„Other Worlds“ (21.10. um 19.00 Uhr und 22.10. um 21.00 Uhr),
„Orbis Pictus“ (21.10. um 21.00 Uhr und 22.10. um 19.00 Uhr).
Im Kunstforum Ostdeutsche Galerie werden vom 20.09. – 08.11.2009 im Rahmen der Ausstellung der Kurzfilm „T-Shirt“ (Tričko, 2006, Regie: Hossein Martin Fazeli) und eine Auswahl an den Kurzfilmen slowakischer Studenten und Absolventen der Filmhochschule Bratislava gezeigt.
Weitere Informationen zur donumenta, dem Festival für die Kunst und Kultur der Donauländer, finden Sie unter www.donumenta.de.


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