Don Pasquale ist reich geworden. Sehr reich. Aber auch alt. Und eine Frau hat er über all dem Geldverdienen nie gefunden. Allein mit seinem Neffen Ernesto bewohnt er das große Haus. Doch statt sich mit einem wohlhabenden Mädchen zu verbinden, will der Alleinerbe Norina heiraten, eine mittellose junge Witwe. Ernestos Starrsinn weckt die Lebensgeister des Onkels neu – das Prachtbegräbnis kann noch warten, denn Freund Malatesta, der Arzt, hat versprochen, sich nach einer Braut für den reifen Junggesellen umzusehen.
Tatsächlich präsentiert Malatesta die beste aller möglichen Bräute: seine eigene Schwester Sofronia, frisch aus dem Kloster, so schön wie genügsam. Pasquale ist hingerissen. Was er nicht ahnt: Sofronia ist Norina und die ganze Verheiratung eine Intrige, um ihm eine Lehre zu erteilen. Kaum ist die Ehe geschlossen, macht Norina-Sofronia eine Kehrtwende und tut alles, um ihren Gemahl in den Wahnsinn zu treiben: Sie feiert die Nächte durch, verschleudert sein Geld und schlägt ihn zuletzt sogar ins Gesicht.
Verzweifelt will Pasquale am liebsten alles rückgängig machen, ja, er würde sogar Ernesto seine Norina heiraten lassen, wenn das nur hilft, Sofronia wieder loszuwerden – womit er genau da angelangt wäre, wo die anderen drei ihn haben wollten. Aber sind sie es selbst wirklich auch?
Gaetano Donizetti hat mit seinem »Don Pasquale« einen alten Stoff ins Gewand der Opera buffa gekleidet. Die Oper spielt mit der Verstellungskunst, wirbelt echte und vorgetäuschte Gefühle durcheinander, so dass nicht nur der Zuschauer in Verwirrung gerät, sondern manchmal auch die Figuren selbst nicht mehr zu wissen scheinen, wo ihnen der Kopf steht. Dafür sorgt vor allem die Musik mit ihrem übersprudelnden Humor, ob in den pointierten Arien, den temporeichen Rezitativen oder den so hals- wie zungenbrecherischen Ensembles. Nach über 60 Jahren kehrt diese Komödie nun auf die Bühne der Komischen Oper Berlin zurück.
Besetzung
Musikalische Leitung ... Maurizio Barbacini
Inszenierung ... Jetske Mijnssen
Bühnenbild ... Paul Zoller
Kostüme ... Arien de Vries
Dramaturgie ... Malte Krasting
Chöre ... Robert Heimann
Licht ... Franck Evin
Don Pasquale ... Jens Larsen
Ernesto ... Adrian Strooper
Doktor Malatesta ... Günter Papendell
Norina ... Christiane Karg
Ein Notar ... Ingo Witzke
Premiere am 31.1.2010
Weitere Aufführungen bis zum 15.7.2010
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