Mit Friedrich Schillers republikanischem Trauerspiel "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" beschließt das Deutsche Nationaltheater Weimar die Reihe seiner Schauspielneuproduktionen der aktuellen Spielzeit im großen Haus. Premiere der Inszenierung von Wolfgang Engel war am Samstag, 29. Mai 2010, um 19 Uhr.
Genua 1547. Der Doge Andreas Doria ist ein alter Mann geworden. Die Staatsgeschäfte soll nach seinem Tod sein tyrannischer Neffe Gianettino übernehmen, der die republikanische Ordnung der Handelsmetropole stürzen und sich zum Alleinherrscher erheben will
Doch unter den Edelleuten regt sich Widerstand. Der überzeugte Republikaner Verrina versucht den charismatischen Grafen Fiesco als Anführer einer Verschwörung zu gewinnen, die Genua vor der Willkürherrschaft bewahren und die Republik wieder herstellen soll.
Hintergrund selbst eine eigene machtpolitische Intrige forcierend, hält sich dieser allerdings bedeckt und täuscht sowohl die beiden gegnerischen Parteien als auch seine Frau Leonore bezüglich seiner wahren Intentionen.
Bis zuletzt lässt Friedrich Schiller den Titelhelden seines 1783 veröffentlichten republikanischen Trauerspiels zwischen dem Willen zur Demokratie und seinen persönlichen Herrschaftsambitionen schwanken.
politischem Ehrgeiz getrieben, erliegt Fiesco letztendlich der Verführung der Macht und besiegelt damit sein Todesurteil, denn Verrina ist nicht gewillt, einen neuen Despoten zu dulden.
Wolfgang Engel bringt Schillers "Fiesco" in einer eigenen Fassung auf die Bühne des DNT Weimar, die in den Text der Erstausgabe Schillers bearbeitete Version des Dramas in Auszügen einfließen lässt.
spielen Stefan Schießleder (Fiesco), Bernd Lange (Verrina), Rosemarie Deibel (Andreas Doria), Simon Zagermann (Gianettino Doria), Marie Burchard (Leonore), Petra Hartung (Julia Gräfin Imperiali) und Christian Klischat (Muley Hassan).
In weiteren Rollen sind Ulrike Knobloch (Berta), Roswitha Marks (Arabella), Florian Jahr (Bourgognino), Michael Wächter (Kalkagno), Christoph Heckel (Sacco), Philipp Oehme (Lomellino) und Karl Albert (Romano) zu erleben. Das Bühnenbild und die Kostüme entwarfen Mayke Hegger und Ines Nadler. Für die Bühnenmusik griff der Komponist Thomas Hertel u.a.
auf Tanz- und Straßenmusik aus der Renaissance zurück, deren verschieden Rhythmen und Weisen er neu instrumentiert, arrangiert und zu einer bewegten Klangwelt vermischt hat. Zudem komponierte er Musik für ein Ensemble aus 16 Streicherinnen, die auch szenisch in
die Aufführung eingebunden sind.
Weitere Vorstellungen in dieser Spielzeit:
4.6., 19.30 Uhr;
12.6., 19.30 Uhr;
20.6., 19.00 Uhr
Susann Leine
Pressedramaturgin
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