Im vergangenen Jahrhundert wurden Millionen Menschen vertrieben. Die "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" soll an dieses Unrecht erinnern und zur Versöhnung beitragen. Beraten wird sie dabei von Experten aus Deutschland, Polen, der Schweiz, Ungarn und den USA.
Die "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" formiert sich neu. Am 25. Oktober hat der Stiftungsrat unter Vorsitz von Kulturstaatsminister Bernd Neumann seine Arbeit aufgenommen.
Am 22. November 2010 hat er einen neuen wissenschaftlichen Beraterkreis berufen. Ihm gehören fünfzehn Experten aus Deutschland, Polen, der Schweiz, Ungarn und den USA an.
Damit ist es gelungen, ausgewiesene und international erfahrene Experten für die Mitwirkung in diesem Gremium zu gewinnen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann begrüßte es vor allem, dass auch drei osteuropäische Wissenschaftlicher und der Direktor des Jüdischen Museums und des Fritz-Bauer-Instituts mitwirken.
Dieser Beraterkreis soll in den kommenen Monaten über das Eckpunktepapier beraten, das der Stiftungsrat in seiner letzten Sitzung als Diskussionsgrundlage für die Stiftungsarbeit verabschiedet hat. Noch vor der Sommerpause soll dem Stiftungsrat eine endgültige Fassung vorliegen.
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...
Wissenschaftlicher Beraterkreis berufen
Die Bundesregierung hatte 2008 beschlossen, die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung zu errichten. Ihr Träger ist das Deutsche Historische Museum (DHM).
Mit Berufung der Mitglieder des Stiftungsrates, des wissenschaftlichen Beraterkreises und des Direktors nahm die Stiftung im vergangenen Jahr ihre Arbeit auf. Allerdings wurde nach einer Gesetzesänderung im Juni 2010 das Berufungsverfahren für die Mitglieder des Stiftungsrates dem Deutschen Bundestag übertragen und die Zahl der Mitglieder auf 21, die der wissenschaftlichen Berater auf bis zu 15 erhöht.
Im Stiftungsrat sind die Bundesregierung mit drei Mitgliedern, der Deutsche Bundestag mit vier Mitgliedern und der Bund der Vertriebenen mit sechs Mitgliedern vertreten.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland sowie die Evangelische und die Katholische Kirche stellen je zwei Mitglieder. Die Mitglieder des Zentralrates der Juden in Deutschland lassen ihre Mandate zurzeit ruhen.
An das Unrecht von Vertreibungen erinnern
Aufgabe der Stiftung ist es, in Berlin eine Informations- und Dokumentationsstätte einzurichten, um an das Unrecht von Vertreibungen zu erinnern und Vertreibung für immer zu ächten.
Sie soll dazu beitragen, Erinnerung und Gedenken an das "Jahrhundert der Vertreibungen" und das damit verbundene Leid auch in jüngeren Generationen wach zu halten. Gleichzeitig soll die neue Dokumentationsstätte zur gemeinsamen Aufarbeitung der Geschichte und zur Versöhnung beitragen.
Es ist vorgesehen, Flucht und Vertreibung als Folgen von Diktatur und Krieg angemessen und umfassend zu dokumentieren. Die nationalsozialistische Expansions- und Vernichtungspolitik wird als Ursache von Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt.
Dauerausstellung im Deutschlandhaus
Die geplante Dauerausstellung wird an die Ausstellung "Flucht, Vertreibung, Integration" anknüpfen, die im Bonner Haus der Geschichte 2005/2006 zu sehen war.
Im Mittelpunkt stehen Flucht und Vertreibung der Deutschen insbesondere aus den ehemaligen Ostgebieten während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Weitere Themen sind die Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen in West und Ost und ihre Aufbauleistungen.
Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der europäischen Dimension dieses Themas liegen. Von Flucht und Vertreibung waren im vergangenen Jahrhundert auch Millionen Menschen in Ostmitteleuropa und Russland betroffen.
Individuelle Schicksale im Focus
Neben der Dauerausstellung sind ergänzende Wechselausstellungen geplant, die einzelne Themenaspekte vertiefen. Die Darstellung von Einzelschicksalen soll die Tragweite von Flucht und Vertreibung und das dadurch ausgelöste menschliche Leid veranschaulichen.
Außerdem ist die Einrichtung eines Dokumentations- und Informationsbereichs vorgesehen, um die Auseinandersetzung mit dem Thema durch Vermittlung wissenschaftlicher, dokumentarischer und biographischer Publikationen und Arbeiten zu fördern.
Finanzierung gesichert
Standort der Dokumentationsstätte wird das Berliner "Deutschlandhaus" nahe des Potsdamer Platzes sein.
Auch die Finanzierung der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" ist gesichert: bis 2011 sind im Finanzplan des Bundes jährlich 2,5 Millionen Euro vorgesehen.
Quelle:
http://www.bundesregierung.de/...


©Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung