Die Preisträger des 61. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg vom 8.- 18. November 2012 stehen fest!
Die Jurys, bestehend aus der Internationalen Jury (Adrián Solar, Kaisu Isto, Karoline Eichhorn) der Ökumenischen Jury (David Fonjallaz, Dirk von Jutrczenka, Manfred Koch, Paulette Queyroy, Magda Hermans), der FIPRESCI‐Jury (Nanna Frank Rasmussen, Giulia Dobre, Alberto Ruiz Ramos, Gyözö Mátyás, Wilfried Reichart) und der Kinobetreiber-Jury (Melanie Hoffmann, Lina Winkler, Werner & Elke Hoffman) haben ihre Wahl getroffen. Die Gewinner des diesjährigen Festivals sind:
HAUPTPREIS VON MANNHEIM-HEIDELBERG:
Good luck and take care of each other
von Niki Karimi, Iran
Der Hauptpreisträger zeigt uns in einem hervorragenden Porträt, wie unser eigenes Leben sich ändert, wenn wir den Versuch unternehmen, ein anderes Leben zu retten. Es ist ein mutiger Film, der deutlich macht, dass niemand glücklich oder befreit sein kann, wenn ein Leben verloren geht. Als ein verzweifelter Hilferuf nach Vergebung wird uns klar, dass uns die Suche nach Vergebung menschlicher macht, als die Suche nach Rache.
RAINER WERNER FASSBINDER-PREIS:
Good luck and take care of each other
von Jens Sjögran, Schweden
Ein Film, der uns eine feinfühlige, rein menschliche Beziehung zwischen zwei Menschen zeigt, die sich jeweils am Anfang und am Ende ihres erwachsenen Lebens befinden. Sie lassen sich gegenseitig so, wie sie sind, erkennen sich als das an, was sie tatsächlich sind; auf diese Art und Weise schaffen sie eine ganz neue Art des Zusammenseins, des Miteinander-Seins und geben sich so einen neuen Sinn, eine neue Orientierung für ihre Leben. Ein Film, der uns zeigt, dass wenn zwei Menschen Toleranz, Fantasie und Respekt in ihrem Umgang miteinander vereinen, ein tieferfüllendes Werk , ja, eine ganz neue Welt entsteht.
SPECIAL AWARD OF THE JURY:
Regisseur Simón Franco
für den Film „Tiempos Menos Modernos“ (Not so Modern Times)
Der Regisseur hat einen Film über die Lust am Leben geschaffen, über die Suche nach Möglichkeiten, glücklich zu sein – Frei von üblichen gesellschaftlichen Konventionen, ohne Kompromisse mit bestehenden Strukturen. Es ist ein amüsanter Film, mit langen und wunderbaren Einstellungen. Eine Geschichte über eine wahre und humorvolle menschliche Beziehung. Er hat uns gezeigt, dass das Leben gut ist, wie es ist.
SPECIAL MENTION:
When Yesterday comes
von Hsiu Chiung Chiang, Singing Chen, Wi Ding Ho, Ko Shang Shen, Taiwan
Der Film bietet einen originellen, erfrischenden, mutigen und vor allem hoffnungsvollen Blick auf ein immer häufiger auftretendes Schicksal vieler Menschen in unserer Gesellschaft. Die Begleitung der unheilbar kranken Menschen bietet uns eine ermutigende Perspektive für unser eigenes Leben und den eigenen Umgang mit Schicksalen wie diesen.
PUBLIKUMSPREIS:
Now, Forager - A Film about Love and Fungi
von Jason Cortlund und Julia Halperin, USA/Polen 2012
FIPRESCI-AWARD:
SEENELKÄIK (Mushrooming)
von Toomas Hussar, Estland
Der fipresci-preis, der Preis der internationalen Filmkritik, geht an Toomas Hussars "seenelkäik" - mushrooming
für die so raffiniert ins Bild gesetzte Darstellung von Leuten, die sich im Wald verlieren und im Dschungel der Politik
und der Unterhaltungsindustrie.
PREISE DER ÖKUMENISCHEN JURY:
Le Sac de Farine - The Bag of Flour
von Kadija Leclere, Belgien/Marokko
Eine junge Frau findet ihren Weg zwischen den Zumutungen und Chancen des Lebens, zwischen traditionellen Rollenzuweisungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Basierend auf autobiographischen Erfahrungen erzählt die Regisseurin mit Humor und Leidenschaft eine belgisch-marokkanische Geschichte, die auf vielfältige Weise zeigt, wie Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können.
Die Jury verleiht außerdem eine lobende Erwähnung an:
W Sypialni - In a Bedroom
von Tomasz Wasilewski, Polen
Wie fühlt es sich an, wenn man nichts mehr fühlt? Mit virtuosem Einsatz filmischer Mittel zeigt der Regisseur eine Frau auf der Suche. Mit der lobenden Erwähnung möchte die Jury den hohen künstlerischen Wert und die moderne Autorenhandschrift dieses Films sowie die herausragende Leistung der Hauptdarstellerin würdigen.
EMPFEHLUNGEN DER KINOBETREIBER:
La Niña - The Girl
von David Riker, USA, Großbritannien, Mexiko 2012
Der Film zeigt die außergewöhnliche Entwicklung einer jungen Frau, die durch die Begegnung mit der kleinen Rosa, deren Mutter durch ihre Schuld ums Leben gekommen ist, sich ihrer Verantwortung für sich selbst und ihren Sohn Georgie schmerzhaft bewusst wird. Gekonnt setzt der Regisseur das Verhalten der jungen Mutter zwischen Schuldbewusstsein und Aggressivität vor dem Hintergrund des Grenzkonfliktes zwischen den USA und dem armen Mexiko in Szene.
Now, Forager - A Film about Love and Fungi
von Jason Cortlund und Julia Halperin, USA/Polen 2012
Der Film macht Appetit nicht nur auf Pilzgerichte, sondern auch aufs Leben. Man möchte Lucien und Regina zurufen, was sie falsch machen. Aber im Leben wie bei der Pilzsuche sieht man manchmal die wahren Schätze nicht sofort. Das Seelenleben des Protagonisten wird in Verbindung gebracht mit der Welt der Pilze, dargestellt durch eindrucksvolle Bilder wohlschmeckender Arten bis hin zu urbanem Stillleben.
Silent City
von Trees Anna, Niederlande/Luxemburg/Belgien 2012
Die Verlorenheit, in einer fremden Kultur auch nur die kleinsten Alltagsbedürfnisse erfüllt zu sehen, wird in „Silent City“ dicht und schlüssig dargestellt. Die Ernüchterung von der vermeintlichen Traumlehrstelle bei Meisterkoch Kon wird in erfrischend kühlen und gleichzeitig sinnlichen Bildern zu einer behutsam erzählten Reise zu sich selbst. Wohlweislich wird dabei auf dramatische Effekthascherei und bunt gefüllte Teller verzichtet.
Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg
Collini-Center, Galerie :: D-68161 Mannheim / Germany
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Bild 1- 4 (c) Ben Pakalski / www.pakalski.de


