Liebe, Hass und Mord – die Sage vom Aufstieg und Fall der Nibelungen fasziniert seit Jahrhunderten ein Millionenpublikum. In Worms sollen sich Kriemhild und Brünhild auf den Stufen des Doms gestritten haben.
Hier soll Brünhild Gunther in der Hochzeitsnacht aus dem Fenster gehängt, hier soll Hagen den Mord am Drachentöter Siegfried geplant haben. Und hier, am Originalschauplatz des größten Sagenstoffes mittelalterlicher Dichtung, wird 800 Jahre später Festspielgeschichte geschrieben. Über 160 000 Menschen haben seit der Premiere 2002 die Nibelungen-Festspiele besucht.
Intendant und Starregisseur Dieter Wedel hat die erste Garde deutscher Film- und Theaterschauspieler nach Worms geholt. Die spektakulären Inszenierungen und das brillante Ensemble, um das so manches Staatstheater Worms beneiden dürfte, brachten den Nibelungen- Festspielen innerhalb kürzester Zeit internationale Beachtung und ein enormes Medieninteresse.
Der Nibelungen-Stoff erlebt seit der ersten Premiere der Festspiele im Jahr 2002 geradezu auf allen großen Bühnen im deutschsprachigen Raum eine Renaissance. Die Festspiele haben dazu beigetragen, die mittelalterliche Sage einer breiteren Öffentlichkeit wieder ins Bewusstsein zu rufen. Ein Stoff, der lange Zeit durch die Vereinnahmung der Nazis Tabu war.
„Worms“, so schrieb der Tagesspiegel, „Hauptstadt der Revision deutscher Legenden.“ Denn in Zukunft, so kündigte Dieter Wedel 2008 an, wollten sich die Festspiele darüber hinaus mit anderen Figuren beschäftigen, die zum deutschen Mythos und in der Geschichte immer wieder umgedeutet und missbraucht wurden.
Die Nibelungen-Festspiele sind schillerndes, hochkarätig besetztes Spektakel, gesellschaftliches Ereignis und Ort von politischen und künstlerischen Auseinandersetzungen: „Was ist deutsch? Wo liegen die Wurzeln unserer Kultur vergraben?“ – Den Erfolg der vergangenen Jahre sieht die Stadt als Auftrag, den Ruf der Festspiele als kulturellen Leuchtturm der Metropolregion Rhein-Neckar zu festigen und mit der großen Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz und vieler öffentlicher und privater Sponsoren weiter zu entwickeln.

