Gesellschaft Freunde der Künste

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Ein deutsches Trauerspiel

Die Nibelungen am 21.1.2011 in Bremen

»Hebbels Nibelungen sind Geschöpfe, in denen die Verschmelzung von Tierischem und Göttlichem zum Menschlichen noch nicht vollzogen ist. Sie haben Vernunft und Ethos, aber neben diesen stehen in noch ungebrochener Kraft Trieb und Instinkt.« So beschreibt der Kritiker und Autor Alfred Polgar das Opus Magnum des 1813 geborenen Friedrich Hebbel.

Hebbel folgt in seinem »Trauerspiel in drei Abteilungen« sorgsam der Vorlage des »Nibelungenlieds«, das seit Beginn des 19. Jahrhunderts als deutsches Nationalepos wahrgenommen wurde, allerdings verzichtet er auf den mythischen Hintergrund der Erzählung und überführt die holzschnittartigen Figuren der germanischen Sage in psychologisch nachvollziehbare und zum Teil durchaus reflektierte Dramenfiguren – ohne aber dabei ihre ungeheuerliche Kraft aufzugeben.

Und, wie im obigen Zitat angedeutet, Hebbels Figuren sind alles andere als moderne Mitteleuropäer: Von großen Emotionen geleitet gehen sie zur Erreichung ihrer Ziele und zur Erfüllung ihrer Wünsche skrupellos über Leichen. – Die Geschichte ist bekannt: Gunther, König der Burgunden, will die isländische Fürstin Brunhild zur Frau. Mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, akzeptiert sie niemanden, der ihr nicht ebenbürtig ist.

Der junge Held Siegfried, ausgestattet mit Schwert, Tarnkappe und durch Drachenblut (fast) unverwundbar, kann Gunther helfen. Und auch in der Hochzeitsnacht ist der unsichtbare Lehnsmann dem Fürsten dienlich. Als Lohn für den Betrug erhält er Gunthers Schwester Kriemhild zur Frau. Doch der naive Siegfried hat nicht mit dem brennenden Neid Hagens gerechnet, der Angst um seine Vertrauensstellung bei Gunther hat.

Hagen spinnt eine gemeine Intrige, die zu Siegfrieds Tod führt, aber schließlich auch alle Burgunden untergehen lässt – denn Siegfrieds Witwe schwört grausame Rache ...

Hebbels großes dramatisches Gemälde wird von Her- bert Fritsch inszeniert. Seit einigen Jahren arbeitet der Schauspieler, der an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz große Erfolge feiern konnte, auch als Regisseur. Mit seinen energiegeladenen und bildgewaltigen Inszenierungen in Berlin, Halle, Magdeburg, Wiesbaden und Oberhausen konnte er in kurzer Zeit seine außergewöhnliche Regiehandschrift durchsetzen. Neben der Arbeit als Theaterregisseur arbeitet Fritsch auch als Filmemacher, sein erster Spielfilm »Elf Onkel« kam 2010 in die Kinos. Herbert Fritsch arbeitet zum ersten Mal in Bremen.

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