Am 25. Januar 2011 feierte der in Berlin geborene Regisseur Kurt Maetzig seinen 100. Geburtstag.
Kurt Maetzig war einer der Pioniere des deutschen Nachkriegskinos und gehört zu den wichtigsten Vertretern des DEFA-Films. Er war Mitbegründer und erster künstlerischer Direktor der DEFA, Leiter der Wochenschau Der Augenzeuge und Gründungsrektor der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Babelsberg.
Maetzigs Spielfilm-Debüt Ehe im Schatten (1947), in dem er sich schon kurz nach Kriegsende mit dem deutschen Antisemitismus auseinandersetzte, wurde der erfolgreichste deutsche Film jener Jahre.
Die Beschäftigung mit der jüngeren deutschen Geschichte steht im Mittelpunkt zahlreicher weiterer Filme: so in Die Buntkarierten (1948/49) und in Rat der Götter (1949/50).
1965 wurde Das Kaninchen bin ich (1965/66), der eine kritische Sicht auf die Verhältnisse in der DDR entwickelt, zum Auslöser einer Welle von Zensurmaßnahmen: im Zuge kulturpolitischer Auseinandersetzungen wurde fast eine gesamte Jahresproduktion der DEFA verboten und konnte erst nach dem Ende des SED-Regimes aufgeführt werden.
Der vielseitig begabte Filmemacher, der sich immer wieder in neuen Genres versuchte, führte Regie bei etwa zwanzig Spielfilmen.
Die Berlinale zeigt zu Ehren Kurt Maetzigs in einer Sondervorführung am 12. Februar 2011 im Zeughauskino die Gegenwartskomödie Vergeßt mir meine Traudel nicht (1957) mit Eva-Maria Hagen in der Titelrolle. Im Anschluss an die Aufführung unterhält sich der Jubilar mit Ralf Schenk über seine Arbeit und sein Leben.
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