Bis zum 13 September ist Festspiel-Zeit in Mecklenburg-Vorpommern. Sommerzeit, außergewöhnlich schöne Spielorte und Künstler von internationalem Rang – das sind die Zutaten, mit denen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 Einheimische und Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet zu den landesweit stattfindenden Konzerten locken.
Seit 1995 ist die „Internationale Kammermusikreihe Junge Elite“ eine tragende künstlerische Säule der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Sie bietet in jährlich rund dreißig Kammer- und Orchesterkonzerten musikalischem Spitzennachwuchs aus der ganzen Welt die Gelegenheit, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern ihr Können unter Beweis zu stellen.
Die Spielorte der „Jungen Elite“ sind in Herrenhäusern, Schlössern und historischen Parkanlagen, von denen seit Beginn der Veranstaltungsreihe mehr und mehr aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht sind.
Mit dem frischen Wind, den die „Junge Elite“ in die kulturtragenden Gemäuer bringt, wollen die Festspiele zweierlei erreichen: einen Rückblick auf die große kulturelle Vergangenheit des Landes und einen Ausblick auf die künstlerische Zukunft herausragender Talente unserer Zeit. So entsteht durch die Reihe „Junge Elite“ ein Bezug zur kulturellen Identität und Geschichte des Landes, die mit der Innovationskraft der zukunftsgerichteten jungen Musiker verschränkt werden.
Die Deutsche Bank Stiftung, zu deren Förderschwerpunkten neben dem Engagement für Musik insbesondere die Nachwuchsförderung gehört, unterstützt seit Jahren einzelne Konzerte der Reihe.
Junge Elite & Sommercampus
Die Junge Elite steht in diesem Jahr ganz unter dem Klavierstern: 14 junge Pianisten bewerben sich um den Solistenpreis beim diesjährigen Schwerpunkt an den schwarz-weißen Tasten. Dabei sind unter anderem die Schwestern Alice Sara (01.07.) und Mona Asuka Ott (09.09.), Benjamin Grosvenor (24.06.) und Kit Armstrong (25.06.) aus Großbritannien, der Chinese Duanduan Hao (03.07.),
Teo Gheorghiu (30.07.) aus der Schweiz, der Ukrainer Alexej Gorlatch (12.08.), Nareh Arghamanyan (26.08.) aus Armenien sowie Olga Scheps (06.09.), Igor Levit (02.09.) und Anke Pan (13.08.). Daneben sind in zahlreichen neuen Spielstätten 14 weitere junge Nachwuchsensembles, darunter das Sikovetsky Trio (11.06.), die Streichquartette Apollon Musagète (18.06.) und Heath Quartet (01.07.), die Vokalensembles Thios Omilos (11.06.) und Gentlemen Singers (19.06.), Duo Riul (15.07.) und das Trio Fontaine (06.12.), sowie weitere 15 Solisten in allen Sparten – vom Gesang bis zur Harfe, vom Violoncello bis zum Horn – zu hören.
Die Nachwuchsförderung steht auch im Mittelpunkt des Sommercampus an der HMT Rostock (20.-28.08.), der in diesem Jahr wieder mit Meisterkursen hervorragender Künstler für sich wirbt: Neben Daniel Müller-Schott, Preisträger in Residence 2008, dem Stenzl-Klavierduo, Saschko Gawriloff, Beat Furrer, Marion Hofmann und Markus Leoson wird außer der Chansonniere Gisela May auch die große Grace Bumbry erwartet. In zahlreichen Konzerten werden die Polnische Kammerphilharmonie und die Teilnehmer der Meisterkurse dann die Ergebnisse der Kursarbeit präsentieren. (20./23./28.08. Rostock, 26.08. Niendorf auf Poel, 27.08. Greifswald)
Musik und Literatur
Höhepunkte musikalisch-literarischer Art versprechen die Veranstaltungen mit Gudrun Landgrebe und Sebastian Knauer (21.06.) sowie mit dem Fauré Quartett und Alfred Biolek (29.08.) zum 200. Geburtstag Mendelssohn Bartholdys.
Zum 80. Geburtstag gratuliert Benjamin von Stuckrad-Barre, musikalisch unterstützt von Matthias Kirschnereit am Klavier, dem Literaten Walter Kempowski (09.07.). Mit einer Lesung aus dem autobiografischen Werk „Die Putbusser“ von Klaus Montanus gewähren und Brigitte und Traugott Buhre im Zusammenhang mit der Reihe „Jüdische Musik in MV“ einen Einblick in das Wirken der Napola (13.08.).
Mal 9
Neun 9. Sinfonien im Jahr 2009 stehen in dieser Saison auf dem Programm und werden von den führenden Orchestern unserer Zeit vorgestellt. Die wohl berühmteste aller Sinfonien, die „Neunte“ von Ludwig van Beethoven, musiziert die Philharmonie der Nationen unter Leitung von Justus Frantz im Schlosspark von Land Fleesensee (01.08.). In Rostock erklingt wenig später Schostakowitschs 9. Sinfonie mit dem European Union Youth Orchestra (21.08.), in Ulrichshusen spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin mit Rafael Frühbeck de Burgos mit Dvoráks Sinfonie „Aus der neuen Welt“ ebenfalls eine berühmte Neunte (23.08.).
Etwas weniger häufig gespielt, aber eine Entdeckung wert ist Vaughan-Williams’ 9. Sinfonie, die in Ulrichshusen von der NDR Radiophilharmonie unter Leitung von Christopher Hogwood erklingt, der ebenfalls sein Festspiel-Debüt feiern wird (30.08.).
Schubert steht auf dem Programm des dritten Picknick-Pferde-Sinfoniekonzerts in Redefin mit der Academy of St Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner (05.09.), Mozarts 9. füllt das Mozartfest (06.09. Wismar). Den Abschluss der „9 Mal 9“-Reihe bilden in Ulrichshusen mit dem Konzerthausorchester Berlin Bruckners Neunte und das Auftragswerk der Festspiele MV, Christian Josts „Code Nine.“ (12.09.)
Jüdische) Musik aus MV: Ein Ausflug in die musikalische Tradition Mecklenburg-Vorpommerns Eine erneute Zusammenarbeit zwischen dem Rostocker Motettenchor und dem Hilliard Ensemble findet im Greifswalder Dom statt. Dort wird u.a. die wunderbare Litany von Arvo Pärt erklingen (06.09.). Ein besonderes Projekt stellt in dieser Saison die Jüdische Musik in MV dar. Die Festspiele entdecken die jüdischen Kulturräume des Landes mit Konzerten in den Synagogen Schwerin (21.06.), Krakow am See (11.06.), Röbel (08.07.) und Hagenow (31.07.). Auch die ehemalige Synagoge in Goldberg wird zur Spiel- und Begegnungsstätte der Künste (24.07.). Auf dem Programm stehen synagogale Musik in Schwerin, Lieder mit und ohne Worte in Goldberg, die chamber.music.world des ECHO-Klassik-Preisträger David Orlowsky in Hagenow und Werke verfemter Komponisten in Röbel (31.07.). Dieter Rexroth wird in der Ernst Barlach Stiftung Güstrow musikalisch begleitet aus Joseph Roths „Hiob“ lesen (12.06.) und das Fauré Quartett widmet dem verfemten Komponisten Wolfgang Jacobi ein Portraitkonzert (23.07). Die musikalische Lesung „Die Putbusser“ mit Traugott und Brigitte Buhre beleuchtet das dunkle Kapitel des Missbrauchs klassischer Musik in der Napola (13.08.). Den Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt der Reihe bildet das Konzert mit Daniel Hope, Preisträger in Residence 2006, und Festspiel-Debütantin Anne Sofie von Otter: In ihrem mehrfach preisgekrönten Programm „Terezin“ werden sie eindrucksvolle Lieder und Instrumentalwerke von Komponisten aus dem KZ Theresienstadt vorstellen und damit die jüdische Geschichte in MV wiederbeleben. (30.08.) links: | |
http://de.wikipedia.org/wiki/Festspiele_Mecklenburg-Vorpommern http://www.ndr.de/kultur/musik/musikfestivals/festspielemvindex2.html http://www.schwerin.com/Viel-erleben/Aktuelles/AktuellesArtikel/Schwerin-hoeren http://www.ndr.de/kultur/musik/musikfestivals/festspielemvindex2.html http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/konzert/996026/ http://oper-operette.suite101.de/article.cfm/festspiele_mecklenburgvorpommern http://meck-pomm.blog.de/2009/07/25/festspiele-mecklenburg-vorpommern-konzerte-ulrichshusen-6584006/ http://www.kulturradio.de/rezensionen/buehne/2009/festival_mecklenburg.html http://www.sehnsuchtdeutschland.com/de/a14/Festspiele-Mecklenburg-Vorpommern.html http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=5554&key=standard_document_37541818 |


© Monika Lawrenz