Die vier Preisträger/innen
Tanja Jürgensen (Kunsthochschule Kassel)
Mathias Königschulte (Ostkreuzschule für Fotografie, Berlin)
Maziar Moradi (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
Kim Sperling (Fachhochschule Dortmund)
wurden von insgesamt 142 Bewerber/innen aufgrund ihrer eingereichten Diplomarbeiten und Projektideen ausgewählt.
Die Dokumentarfotografie Förderpreise werden alle zwei Jahre von der Wüstenrot Stiftung in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang, Essen ausgeschrieben. Die Preise sind mit jeweils 10.000 EUR dotiert und ermöglichen die Realisierung eines neuen Projekts. Nach Ablauf eines Projektjahres werden die Arbeitsergebnisse für eine Wanderausstellung mit Begleitkatalog konzipiert.
Die 1990 gegründete Wüstenrot Stiftung fördert Arbeiten von jungen Fotografen/innen, die sich dezidiert mit den Darstellungsweisen einer abbildorientierten Fotografie auseinandersetzen und dabei thematische Zielsetzungen und formale Aspekte in einen neuen Diskussionszusammenhang bringen.
Bildmaterial im Pressebereich unter http://www.museum-folkwang.de/de/meta/presse.html
Die Jury tagte am 24. September 2009 mit folgenden Mitgliedern:
Paul Cottin, Freier Kurator, Straßburg, Frankreich
Prof. Ute Eskildsen, Leiterin der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang, Essen
Sibylle Fendt, Fotografin, Berlin
Dr. Hans-Günther Golinski, Direktor, Museum Bochum
Dr. Kristina Hasenpflug, Kulturreferentin, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg
Die Preisträger 2009/2010
Tanja Jürgensen fotografiert private Lebensräume der Berliner Hausbesetzerszene. Die gewählten Ausschnitte weisen strenge kompositorische Prinzipien auf. In ihrem zukünftigen Projekt „Unter der Elite“ will Tanja Jürgensen Strukturen US-Amerikanischer Eliteuniversitäten fotografisch untersuchen; Mechanismen, die zunehmend auch in der deutschen Bildungslandschaft sichtbar werden.
Mathias Königschulte sucht mit seiner Diplomarbeit „Vor dem Sturm“ nach aktuellen Entsprechungen zu den Landschafts- und Personenbeschreibungen in Theodor Storms „Der Schimmelreiter“. Er fotografiert Landschaften der nordfriesischen Küste, die 1634 bei einer schweren Sturmflut verwüstet wurden und die Menschen, die an diesen Orten leben. Das eingereichte Projekt Wedding – Stadt der Angst wird sich dem städtischen Umfeld des Berliner Stadtteils Wedding widmen.
Maziar Moradi rekonstruiert mit Hilfe der Fotografie Situationen und Ereignisse, die seine Familie im Jahr 1979 zwischen Krieg und Revolution im Iran erlebt hat. Statisten sind die Mitglieder der Familie selbst. Die Inszenierung seiner Bilder erinnert an Momente einer filmischen Erzählung. Sein geplantes Projekt „Metamorphosis“ wird sich Fragen der gesellschaftlichen Integration von Transsexuellen im Iran widmen.
Kim Sperling, 1975 in Seoul geboren, wurde 1976 in Deutschland adoptiert. Die Geschichte von adoptierten asiatischen Kindern war das Thema seiner Diplomarbeit „uri nara“ („Unser Land“). Das Interesse von Kim Sperling gilt jenen, die sich entschieden haben in ihr Geburtsland zurückzukehren. Seine Portraits entstehen im Umfeld der „neuen Heimat“, er fotografiert in Farbe und arrangiert seine Modelle. Parallel zu diesen Bildern entstehen Interviews in denen die Adoptierten Auskunft geben über ihre Erfahrungen des „Fremdseins“ in beiden Ländern. Dieses Projekt möchte Kim Sperling in anderen Ländern fortsetzen zum Beispiel in China, Kolumbien und Rumänien.
Dokumentarfotografie Förderpreise der Wüstenrot Stiftung
Die im zweijährigen Turnus angelegte Nachwuchsförderung richtete sich an Fotografen/innen, die ihr Studium in den letzten zwei Jahren an einer deutschen Hochschule oder Akademie im Bereich der Dokumentarfotografie absolviert haben. Die Idee zu dieser Nachwuchsförderung ging davon aus, dass jener Bereich der Fotografie zu unterstützen sei, dem sowohl im angewandten Bereich der Fotografie als auch im Kontext der Kunst wenig Chancen für Langzeitprojekte gegeben wird. Diese Förderung erreicht die Fotografen zu einem Zeitpunkt an dem sie ihr Studium gerade beendet haben und versteht sich als Brücke zur Selbständigkeit.
Die diesjährige Preisverleihung findet am 4. November 2009 am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt statt (Olbrichweg 10, 64287 Darmstadt).
Im Anschluss wird die Ausstellung der Preisträger des vorherigen Jahrgangs 2007/2008 eröffnet.
Kontakt:
Fotografische Sammlung Museum Folkwang
Kahrstr. 6
45128 Essen
Fon 0201 8845 100
Fax 0201 8845 120
www.museum-folkwang.de
Hendrik v. Boxberg
Pressereferent
Museum Folkwang
Friedrichstraße 12
45128 Essen
Tel +49 (0) 201-88 45 160
Fax +49 (0) 201-88 45 001
mobil +49 (0) 177-737 9207
hendrik.vonboxberg@museum-folkwang.essen.de
www.museum-folkwang.de
www.ruhr2010.de
DAS NEUE MUSEUM FOLKWANG
Der Neubau des Museum Folkwang wird finanziert
durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
als alleiniger Förderin.
Konzipiert von David Chipperfield Architects.
Realisiert von der Neubau Museum Folkwang Essen GmbH.
Ein Unternehmen der Wolff Gruppe.
Der Neubau des Museum Folkwang wird Ende Januar 2010 eröffnet.
EXTERNE AUSSTELLUNGEN
verlängert bis 1.11.2009 Villa Hügel zeigt Meisterwerke des Museum Folkwang
22.9. bis 25.10.2009 Atelier van Lieshout. Slave City. Cradle to Cradle
Eine Ausstellung des Museum Folkwang - WINZAVOD, Centre for Contemporary Art, Moskau
bis 15.11.2009 Amerikanische Malerei 1950 bis 1970.
Werke des Museum Folkwang im Josef Albers Museum, Bottrop
Bild 1 bis 3
Tanja Jürgensen,
aus der Serie: Wohnlandschaften, 2009
© Tanja Jürgensen, 2009
Bild 4 bis 6
Maziar Moradi
aus der Serie: 1979
© Maziar Moradi, 2009
Bild 7 bis 9
Mathias Königschulte
aus der Serie: Vor dem Sturm, 2007
© Mathias Königschulte, 2009
Bild 10 bis 12
Kim Sperling
Michael Benzinger, aus der Serie: Uri Nara, 2008
© Kim Sperling, 2009

