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Die Auswahl steht - Die neuen Autoren des Stückemarkts 2011 - Acht Autoren haben sich unter rund 350 europäischen Dramatikern durchgesetzt

Die fünf namhaften Theatermacher und -autoren der diesjährigen Stückemarkt-Jury – Nurkan Erpulat, Martin Heckmanns, Jan Klata, Iris Laufenberg und Barbara Mundel – haben ihre Auswahl getroffen:

Aus 356 neuen Stücken aus ganz Europa, die unter dem Motto „Erkenne dich selbst, verrate den anderen“ eingesandt wurden, wählten sie acht herausragende Texte für den Stückemarkt des Theatertreffens 2011 aus.


Die Texte folgender fünf Autoren werden in szenischen Lesungen vorgestellt:
Dmitrij Gawrisch (*1982, Kiew): „Brachland“ Konradin Kunze (*1977, Freiburg): „foreign angst“ Mario Salazar (*1980, Berlin): „Alles Gold was glänzt“
Małgorzata Sikorska-Miszczuk (*1964, Warschau): „Burmistrz – Der Bürgermeister“ Juri Sternburg (*1983, Berlin): „der penner ist jetzt schon wieder woanders“


Drei Autoren werden zur Teilnahme am Dramatikerworkshop unter der Leitung des renommierten Autors und Dramaturgen John von Düffel eingeladen:
Benjamin Lauterbach (*1975, Kronberg im Taunus): „Der Chinese“ Anne Lepper (*1978, Essen): „Hund wohin gehen wir“ Rebecca Christine Schnyder (*1986, Zürich): „Schiffbruch“


Der schweizerisch-ukrainische Dramatiker Dmitrij Gawrisch beschreibt in „Brachland“ den Versuch zweier Brüder, an einem fremden Ort eine neue Heimat zu finden. In „foreign angst“ erzählt Konradin Kunze von der Reise eines jungen Mannes aus dem Westen in ein fernes Krisengebiet, wo er die
Hintergründe eines militärischen Zwischenfalls mit zivilen Opfern recherchiert.

Mario Salazar zeichnet in „Alles Gold was glänzt“ das grotesk-tragische Bild einer Familie: Während vor der Haustür ein Anarchistenaufstand tobt, führt die plötzliche Arbeitslosigkeit des Vaters zum Zerfall ihrer kleinen privaten Welt. Die polnische Dramatikerin Małgorzata Sikorska-Miszczuk thematisiert in „Burmistrz


Der Bürgermeister“ (Übersetzung Benjamin Voelkel) die Ermordung der jüdischen Bewohner des Städtchens Jedwabne durch ihre polnischen Nachbarn im Zweiten Weltkrieg.

Das Stück „der penner ist jetzt schon wieder woanders“ des Berliner Graffiti-Künstlers und Autors Juri Sternburg spielt in der Berliner U-Bahn, wo zwei skrupellose junge Männer auf der Suche nach ihrem Dealer und dem Sinn des Lebens sind.

Benjamin Lauterbachs Stück „Der Chinese“ ist verortet in einem utopischen Wohlstandsdeutschland, dessen Erfolgsgeheimnis Chinesen durch Gastaufenthalte in Kleinfamilien erforschen sollen. Sprachlich eindringlich zeigt Anne Lepper in „Hund wohin gehen wir“ eine klaustrophobische Waisenhauswelt, in der ganz eigene Gesetze herrschen.

Die junge Schweizerin Rebecca Christine Schnyder erzählt in „Schiffbruch“ die Geschichte dreier Geschwister, deren unterschiedliche Lebensentwürfe im Streit um das ererbte Elternhaus unversöhnlich aufeinanderprallen.


Erstmals werden alle acht ausgewählten Stücke ins Englische übersetzt, um sie für die internationale Theaterwelt in Textform zugänglich zu machen.
Die Aufführungstermine des Stückemarkts werden zusammen mit dem Theatertreffen-Spielplan Anfang April bekannt gegeben.


Zahlreiche Stückemarkt-Autoren der vergangenen Jahre – Nis-Momme Stockmann (soeben ausgezeichnet mit dem Friedrich-Hebbel-Preis 2011), Oliver Kluck und viele andere – haben sich fest in den Spielplänen der deutschsprachigen Theater etabliert und sind weiterhin auf Erfolgskurs.

Auf folgende aktuelle Uraufführungen möchten wir Sie hinweisen:
Am 24. Februar 2011 findet am Deutschen Nationaltheater Weimar die Uraufführung des Werkauftrags des tt Stückemarkts 2010 statt: „Einige Nachrichten an das All“ von Wolfram Lotz.

Der Autor erhielt zudem für sein beim Stückemarkt 2010 prämiertes Stück „Der große Marsch“ den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker 2011, verbunden mit einer Uraufführung bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen im Mai 2011.


Am 5. März 2011 wird im Rahmen des F.I.N.D. Festivals an der Schaubühne am Lehniner Platz Paul Brodowskys „Regen in Neukölln“ (ausgewählt zum Stückemarkt 2008) uraufgeführt.


Das neueste Stück „supernova (wie gold entsteht)“ von Philipp Löhle, Preisträger des Werkauftrags 2007, wurde am 15. Januar 2011 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt (Stückabdruck im März-Heft Theater heute).


Jagoda Engelbrecht


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