Die Ausstellung "Freedom of Speech" hinterfragt und analysiert das Konzept der Redefreiheit und ihre ideologische Rolle, die sie in der westlichen Demokratie spielt. Alles dreht sich um die zentrale Frage:
Was, wenn nur der sprechen dürfte, der die Wahrheit sagt? Welche Konsequenzen hat das Recht auf Redefreiheit in unserer Gesellschaft? Wie und wo wird diese Freiheit instrumentalisiert?
Die Ausstellung stellt Beispiele der Medienberichterstattung (z.B. die kontrovers diskutieren Cover des Magazins Hustler sowie Titelblätter der Magazine Stern oder Spiegel), historische Ereignisse (z.B. das Black Power Movement und das Free Speech Movement in den USA) sowie künstlerische Positionen in Kontext mit- und zueinander.
Gemeinsam mit dem Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) werden die Arbeiten mittels der Kritischen Diskursanalyse auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht. Diese vom DISS in Anlehnung an Theorien und Schriften Michel Foucaults entwickelte Analyseform wird wie eine Folie auf die sprachliche und bildliche Ebene der versammelten Medienberichte und künstlerischen Arbeiten gelegt.
Dass auch Kunstwerke zum Gegenstand der Analyse werden, ist in dieser Form einmalig, trägt aber der Tatsache Rechnung, dass sie ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Konstituierung von Alltagswissen spielen und deshalb gleichberechtigt betrachtet werden müssen.
Neben Arbeiten, die das universelle Recht auf Meinungsfreiheit thematisieren, versammelt die Ausstellung auch Werke, die von ihren Inhalten oder Formen die Grenzen und Möglichkeiten von Meinungs- und Redefreiheit ausloten. Im Rahmen der Ausstellung wird die Arbeit „State Britain“ des Turner-Preisträgers Mark Wallinger erstmalig in Deutschland zu sehen sein.
„Freedom of Speech“ beendet im Kunstverein Hamburg eine Trilogie, die im Dezember 2009 mit der Ausstellung „Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? – Politische Bildergeschichten von Albrecht Dürer bis Art Spiegelman“ begonnen, und mit der Ausstellung „Uns Hamburg“ im März 2010 fortgesetzt wurde.
Die drei, in ihrer thematischen als auch formalen Herangehensweise, sehr unterschiedlichen Ausstellungen, untersuch(t)en die kulturelle Bedeutung von Bildern, ihre Wahrnehmung und politische Funktion in gesellschaftlichen Diskursen.
Quelle und weitere Informationen:
http://www.kunstverein.de/auss...
Anschrift
Der Kunstverein, seit 1817.
Klosterwall 23
20095 Hamburg
Tel. +49(0)40 32 21 57
Fax +49(0)40 32 21 59
hamburg@kunstverein.de

