Auch wenn in jüngster Vergangenheit die Bezeichnung der deutschen Auslandseinsätze als kriegerische Einsätze eine Enttabuisierung erfahren hat, hinkt die damit verbundene gesellschaftliche Auseinandersetzung weit hinterher. Die meisten Menschen scheinen ein zutiefst zwiespältiges Verhältnis zu den Truppeneinsätzen der deutschen Bundeswehr zu haben.
Vielleicht liegt hierin ein Schlüssel zu der langjährigen und weiträumigen Aussparung des Themas. Die wachsende Medienpräsenz zeigt die Wichtigkeit der Thematik an und macht deutlich, dass es auf Dauer nicht funktioniert, unangenehme Themen zu umschiffen. Bis heute weiß das Gros der Bevölkerung kaum etwas über den Alltag, den deutsche Soldaten tagtäglich in Auslandseinsätzen erleben.
Was machen „unsere“ Soldaten täglich in Afghanistan? Was verteidigen Soldaten heute? Warum meldet sich jemand freiwillig zum Kriegsdienst? Wie fühlt es sich an, nach einem Auslandseinsatz in eine Gesellschaft zurück zu kommen, für die man sein Leben riskiert hat, die sich dafür aber – provokant gesagt – eigentlich nicht interessiert?
Auf der Basis von Interviews mit Soldaten der Bundeswehr wird das Deutsche Theater in Göttingen in Kooperation mit dem freien Theaterensemble werkgruppe l 2 ein Theaterprojekt entwickeln, in dessen Mittelpunkt Berichte, Eindrücke und Erlebnisse von in Afghanistan stationierten Soldaten stehen.
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Sandra Visscher
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