Ein Haus in Dresden, 1993. Witha lebt dort mit ihrer Tochter Heidrun und ihrer Enkelin Hannah. Das Haus gehört Witha seit 1935, als sie es gemeinsam mit ihrem Ehemann Wolfgang einer jüdischen Familie abkaufte. Nach langen Jahren politisch erzwungener Abwesenheit will sie nun nicht bleiben. Während Hannah an einem Referat über Vorbilder arbeitet und dafür ihren Großvater auswählt, der während der NS-Zeit eine jüdische Familien rettete, kommt eine Fremde, Stefanie, zu Besuch, um ,zu stören’.
Auch sie hat einmal in diesem Haus gelebt und macht Ansprüche geltend. Die Konfrontation der Frauen wirft Fragen nach Schuld und Verdrängung auf. So wie die politischen Systeme von den 30ern bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts im extremen Maße wechselten, so verschlungen zeigen sich auch die Lebenslinien der beteiligten Personen.
Allen gemeinsam ist die Flucht vor der eigenen Vergangenheit bzw. deren Mythologisierung. Doch wie lange lässt sich eine sorgsam aufgebaute Familienlegende aufrecht erhalten? Marius von Mayenburg (Jahrgang 1972) gelingt in seinem neuesten Stück eine äußerst spannende Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte.
So wie er das Leben aller Figuren permanent von Vergangenheit durchweht darstellt, verbindet er Gewesenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges auch auf formaler Ebene durch raffinierte Zeitsprünge. Knapp 40 Jahre werden so nahezu kriminalistisch erzählt und lassen Raum sowohl für berührende als auch komische Momente. Marius von Mayenburg gehört zu den wichtigsten deutschen Dramatikern. Er studierte ,Szenisches Schreiben’ an der Hochschule der Künste in Berlin.
Für seine mittlerweile über zehn Theaterstücke erhielt er u.a. den Kleist-Förderpreis für Junge Dramatiker und den Preis der Frankfurter Autorenstiftung. Seit 1999 arbeitet er als Dramaturg und Hausautor an der Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin.
Der mazedonische Regisseur Slobodan Unkovski hat an zahlreichen Bühnen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, in Italien, Russland, Belgien, den USA und in Griechenland inszeniert. Er gastierte bei der Theaterbiennale NEUE STÜCKE AUS EUROPA in Wiesbaden mit ‚Schienen’ von Milena Markovic´ (2004) und mit Dejan Dukovskis ‚Die andere Seite’ (2006). In der Spielzeit 2006/07 inszenierte er am Staatstheater Wiesbaden Biljana Srbljanovics Schauspiel ‚Heuschrecken’.
Regie : Slobodan Unkovski
Bühne und Kostüme : Angelina Atlagic
Dramaturgie : Carola Hannusch
Mit:
Witha Susanne Bard
WolfgangUwe Kraus
HeidrunDoreen Nixdorf
HannahEva-Maria Damasko
MiezeStefanie Hellmann
Stefanie Franziska Werner
Premiere
Freitag, den 02.10.2009, 19.30 Uhr Kleines Haus
Weitere Aufführungen
8.10.2009, 19.30 Uhr
16.10.2009, 19.30 Uhr
04.11.2009, 19.30 Uhr
14.11.2009, 19.30 Uhr
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Kassenstunden
Sommerpause vom 11. Juli bis 23. August 2009
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Samstag 10.00-14.00 Uhr
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