Gesellschaft Freunde der Künste

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Der Sommer in Stuttgart vom 16. bis 19.7.2009

Auch in diesem Jahr verwandeln die vier Veranstalter Akademie Schloss Solitude, Musik der Jahrhunderte, Staatsoper Stuttgart und SWR beim „Sommer in Stuttgart `09" die Landeshauptstadt wieder in eine Plattform für aktuelle Tendenzen in der Musik. Die dritte Ausgabe des sommerlichen Festivals zeigt unterschiedliche Möglichkeiten, Musiktheater zu denken, zu komponieren und zu hinterfragen.

Im Theaterhaus bringen die Neuen Vocalsolisten und das Kammerensemble Neue Musik Berlin die neue Kammeroper AURA von José M. Sánchez-Verdú zur Deutschen Erstaufführung. AURA handelt von der ewigen Wiederkehr, von der Gleichzeitigkeit allen Seins: Ein junger Mann tritt als Schreiber in die Dienste einer alten Frau, die zusammen mit ihrer Nichte Aura in einem dunklen, alten Haus lebt. Bald schon verwischen die Grenzen zwischen Sein und Schein. Was ist Realität, was Einbildung, sind die beiden Frauen wirklich zwei verschiedene Personen? Vergangenheit und Gegenwart scheinen ihrer Chronologie enthoben. Für die alles in Hochspannung versetzende Raumakustik entwickelte der Komponist eigens das neue Instrument Auraphon, das von Stimmen und Elektronik in geheimnisvolle Schwingungen versetzt wird.


Staatsoper Stuttgart und Akademie Schloss Solitude zeigen Zivilcourage von Gordon Kampe (Musik) und Marcelo Cardoso Gama (Konzept und Inszenierung). Die zeitoper widmet sich diesmal dem »Öffentlichen Platz«. Nicht ein Held, sondern die Menschen und deren Alltag stehen hier im Mittelpunkt. Das Werk thematisiert die Rolle des öffentlichen Platzes für die Stadt und ihre Bewohner: Ist er Lebenszentrum, Bühne für eine heile Welt oder Zufluchtsort der Ausgegrenzten? Was passiert, wenn dieser Ort wieder ein Platz der Diskussion und zwischenmenschlichen Verständigung wird?


Die Akademie Schloss Solitude präsentiert die Werkstatt-Aufführung von Dreimaldrei gleich unendlich. Die Schuld der Schwester. Das Werk spürt künstlerisch einer der drängendsten und aktuellsten Fragen der Gegenwart nach: Wie zerfällt eine vormals »normale« Gemeinschaft zu Tätern und Opfern? Gibt es in jeder Situation eine freie Willensentscheidung, respektive einen »point of no return«, an dem eine
Verstrickung in Pogrome nicht mehr aufzuhalten ist? Statt der sonst vorherrschenden Frage nach den
Beweggründen der Täter geht es hier um die Perspektive der Opfer, ihre Gefühle und Verstrickungen nach einem Gewaltdelikt.

Im „Konzert mit Nachtgespräch" bringt das Ensemble ascolta Kompositionen von Steffen Schleiermacher, Rolf Riehm und Andreas Dohmen zur Uraufführung. Im Anschluss heißt es: "Das Theater mit dem Musiktheater...", dann diskutieren Hans-Peter Jahn (SWR), Karola Obermüller (Komponistin), Susanne Øglænd (Regisseurin) und Xavier Zuber (Staatsoper Stuttgart) über Perspektiven und Zukunft der heutigen Opernpraxis.

Infos und Programm unter www.theaterhaus.com vom 16. bis 19.7.2009

Telefonische Auskunft und Reservierung unter
(0711) 40 20 7-20 /-21 /-22 /-23
täglich von 10:00 – 21:30 Uhr