Gesellschaft Freunde der Künste

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Das Thema des Abends - Montag 19. Juli 2010 19: 30

Der Silberne Salon - KULTUR IM GESPRÄCH - Künstlerische Freiheit ! Wo hat sie Grenzen? - von und mit Angelika Wende & David Weiss

„Der Silberne Salon“ knüpft an die Salons vergangener Jahrhunderte an und präsentiert Gesprächskultur, Geisteskultur, künstlerische und musikalische Beiträge – mit inspirierenden Gästen, in einem Ambiente, das zum lebendigen Gedankenaustausch anregt.

Gemäß des Mottos:

„Reden ist Silber und es ist nicht alles Gold was glänzt!“ ist alles Aktuelle, Bewegende, Skurrile und Aufregende aus den Bereichen Kultur, Kunst, Literatur, Musik, Wissenschaft und Gesellschaft potentieller Gesprächstoff dieses neuen Live-Talk-Formats.

Im Anschluss an die Gespräche bietet der Salon regelmäßig künstlerischen Talenten eine Plattform. Einmal ist der Salon zu Gast in einem Künstleratelier, dann wieder in einem kleinen Theater, einer Galerie, einem Hotel oder in einer Kirche.

Am 19. Juli  um 19 Uhr 30 lädt die aus dem „Kultur Salon“ bereits bekannte Saloniere und ehemalige ZDF Moderatorin Angelika Wende zusammen mit David Weiss zum Pilot-Abend ins performance art depot.

Die Kunst ist nach dem Grundgesetz frei. Doch hat es schon immer, auch in den Zeiten der Weimarer Verfassung, Debatten über die Grenzen dieser Freiheit gegeben. Darf es Grenzen für die Kunst geben? Gibt es sie? Wo stößt die Kunst an ihre Grenzen und wer setzt sie? Warum ist es für eine offene Gesellschaft existenziell wichtig, Kunst und Künstlern freien Raum zu geben?

Die Grenzen der Freiheit der Kunst sind das Thema im Silbernen Salon, zu dem Angelika Wende und David Weiss am 19. Juli ins Perfomance Art depot nach Mainz einladen.

Die Salongäste polarisieren. Da ist Apunkt Apeiron, ein junger Bildender Künstler, dessen Arbeiten kein Tabu kennen, in denen Themen wie Gewalt, Blut, sexueller Missbrauch und politische Anklage radikal ihren Ausdruck finden. Der Grenzgänger Apunkt kennt die Grenzen künstlerischer Freiheit nur zu gut.

Immer wieder stößt er daran, spürt sie am eigenen Leib. Diejenigen die ihm die Grenze setzen sind die, die seine Werke nicht zeigen wollen, die sich sie fragen:

Darf man das zeigen? Oder, verprelle ich damit mein Galeriepublikum, die Presse, meine Sammler? Die weitere Grenze setzen jene die Apunkt´s Werke als pervers ablehnen, ohne bemüßigt zu sein dagegen zu argumentieren.

Angewandt auf die Freiheit der Kunst bedeutet das offensichtlich, dass nur die Art von Kunst ethisch vertretbar ist, die keine Tabus bricht.

Intendant Michael Vaccara lehnt ein Tabubrechen in der Kunst ab. Mit Open-Air-Opernaufführungen und Galakonzerten an den schönsten historischen Stätten in Deutschland und in verschiedenen europäischen Ländern hat sich die Opera Classica Europa ein hervorragendes Renommee geschaffen.

Nackte Protagonisten? Orgien auf der Bühne? Das ist keine Kunst für Vaccara, die Oper kein Versuchslabor für die Vielfalt künstlerischer Ambitionen unter dem Deckmantel künstlersicher Freiheit inszeniert.

Silvia Brünig, ehemalige Ballettänzerin ist Dramaturgin und Inhaberin der Mainzer Agentur Kultur in Kontakt. Die temperamentvolle Kulturschaffende nimmt kein Blatt vor den Mund wenn es um Grenzenlosigkeit geht, in der Kunst und im Leben.

Sie ist eine streitbare Frau, die jede Form des künstlerischen Ausdrucks unterstützt. An Grenzen ist sie selbst oft gestoßen, wenn es um Inszenierungen ging, oder die Vermittlung begabter Künstler, die Tabus brechen. Abgeschmetterte Visionen und Grenzanstöße gehören zu ihrem Alltag.

Peter Schulz ist künstlerischer Leiter des performance art depot. Grenzen spürt er vor allem da, wo ihm die finanziellen Mittel fehlen, das auf die Bühne zu bringen was ihm am Herzen liegt.

Wie war das? Die Kunstfreiheit unterliegt keinem Gesetzesvorbehalt und kann daher durch ein Gesetz nicht eingeschränkt werden? 

Die Realität sieht anders aus, wie auch die Gäste des Silbernen Salons erfahren haben. Immer wieder kam und kommt es zu Einschränkungen der Kunstfreiheit. Von Caravagio bis zu den Erfahrungen im Nationalsozialismus war sie mit Grenzen konfrontiert.

Nicht zuletzt auch durch das Bundesverfassungsgericht. Eine  wesentliche Entscheidung gegen die künstlerische  Freiheit war die sogenannte Mephisto-Entscheidung im Jahr 1971, in der durch eine Interessenabwägung mit der Menschenwürde die Kunstfreiheit eingeschränkt wurde.

Die Grenzenlosigkeit der Kunst, die Freiheit der Kunst - unantastbar? Oder verhält es sich mit ihr, wie mit der Freiheit an sich? Freiheit ist ein radikaler Begriff, der an die Wurzel unseres Selbst- und Gesellschaftsverständnisses reicht.

Der Kampf um sie ist blutgetränkt, die Zahl der Opfer groß, von der Inquisition bis zu den Freiheitskämpfen unserer Gegenwart. Und dennoch ist das Verlangen danach bis heute grenzenlos ungebrochen.

Der Wunsch nach der Freiheit, der sich in der Freiheit der Kunst wohl am bildhaftesten manifestiert, ist immer auch mit seinem polaren Gegenüber verbunden, und dieses liegt in nicht zuletzt im Wesen des Menschen selbst, denn die Grenze der Freiheit ist immer auch mit der Angst verbunden sie zu leben.

Freiheit selbst in der Kunst - eine Utopie?

Angelika Wende

Über die Grenzen der künstlerischen Freiheit debattieren:

Apunkt Apeiron, Bildender Künstler und Enfant Terrible, Mainz

Silvia Brünig, Künstlerische Leiterin der Agentur Kultur in Kontakt, Mainz

Peter Schulz, Künstlerischer Leiter, pad, Mainz

Michael Vaccara, Tenor und Intendant der Opera Classica, Frankfurt

Künstlerisches Begleitprogramm:

Im Anschluss an die Gesprächsrunde spielt die Mannheimer Band „rathsfeld“.

Werke aus dem Schaffen Apunkt Apeirons sind im Foyer des pad zu sehen.

Wir freuen uns auf Sie!

Angelika Wende & David Weiss

Der ist Eintritt beträgt 5 Euro. Für Schüler und Studenten ist er frei.

Montag | 19. Juli 2010 | 19: 30


 im performance art depot (pad)

                                     Leibnizstrasse 46, 55118 Mainz.

www.der-silberne-salon.de

angelikawende@aol.com