Bis Hauke Haien sich als Deichgraf und „Schimmelreiter“ den anstürmenden Fluten entgegenstellen kann, gehen einige Jahre ins Land. Es ist ein raues Land, das vom Kampf gegen das Meer geprägt ist. In einem kleinen Dorf beäugen die Bewohner misstrauisch den Emporkömmling. Denn nichts anderes sehen sie in Hauke Haien, dem fleißigen Selfmade-man, der sich das notwendige Wissen über modernen Deichbau selbst beigebracht hat.
Als Knecht diente er seinerzeit beim alten Deichgrafen. Als dieser stirbt, heiratet Hauke Haien dessen Tochter Elke, seine langjährige Liebe. Der Mittellose erwirbt dadurch genug Land, um seine ehrgeizigen Pläne als Deichgraf zu verwirklichen und den alten Deich zu erneuern.
Doch die Dorfbewohner sind träge und abergläubisch. Als er auch noch dem „Schimmel- reiter“, den die Bewohner als immer wiederkehrendes und Unheil verkündendes Wesen deuten, das Pferd abkauft, sehen sie darin ein schlechtes Vorzeichen. Je weniger Unterstützung er von der Dorfgemeinschaft erfährt, desto mehr beharrt Hauke Haien auf seinem Kampf für das „allgemeine Wohl“ und verliert dabei jedes menschliche Maß.
Der Schimmelreiter ist Theodor Storms bekannteste Dichtung und gehört zu den meist gelesenen deutschen Novellen. Sie ist einerseits eine außergewöhnliche Liebesgeschichte und spiegelt andererseits den verbissenen und rücksichtslosen Versuch, sich die Natur untertan zu machen. Sich im eigenen „Missionarseifer“ zu radikalisieren und die Gemeinschaft dabei nicht mit auf den gemeinsamen Weg zu nehmen, ist auch heutzutage von erstaunlicher Aktualität.
Premiere am 28.11.2009, GROSSES HAUS
Weitere Aufführungen bis zum 1.5.2010
Bühnenfassung von John von Düffel
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http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Schimmelreiter
http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Storm

