Gesellschaft Freunde der Künste

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die welt aus den fugen geraten

Der Prozess von Franz Kafka im Rahmen des Theaterfestivals Hannover

Das Schauspielhaus zeigt im Rahmen des Festivals Theaterformen die Inszenierung des berühmten Romans "Der Prozess" von Franz Kafka. „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“

Wenn sich nach dem ersten Satz des berühmten Romans von Franz Kafka der eiserne Vorhang hebt, gibt er den Blick frei auf ein überwältigendes Bild: ein riesiges, ständig rotierendes Auge des Gesetzes. Wie lästige Insekten krabbeln die Darsteller darin herum – diese Welt ist systematisch aus den Fugen und nimmt keine Rücksicht auf den Einzelnen. Folgerichtig ist jeder und jede auf der Bühne Josef K., den Andreas Kriegenburg als nahen Verwandten von Buster Keaton zeichnet.

Denn der Verlauf von Josef K.s Prozess folgt den Regeln des Slapstick: Kleine Unachtsamkeiten haben unabsehbare Folgen und je mehr er sich müht, desto mehr verheddert und verzettelt er sich. Das wunderbare Ensemble zitiert virtuos den Vaudeville-Stil des Stummfilms und erzählt die Geschichte als beklemmende Burleske, die Kafkas Roman absolut gerecht wird, ohne ihm sein Geheimnis zu nehmen.

 „Ein Fahrgeschäft des Wahnsinns, in Gang gesetzt von einem bildmächtigen Augenzauberer und Bühnenpoeten“, so die Jury des Berliner Theatertreffens.

Im Rahmen des Theater-Festivals Hannover wird das Theaterstück " Der Prozess" von Kafka am 15. und 16.6. jeweils um 19.30 Uhr im Schauspielhaus aufgeführt. Quelle: www.hannover.de