Im Haus der Witwe Célimène gibt sich die gute Gesellschaft die Klinke in die Hand. Eine Dauerparty, bei der keiner fehlen darf, der dazu gehören will. Sehen und gesehen werden, lachen, scherzen, plaudern, Tiefsinn vermeiden und nicht zu stark an der Oberfläche kratzen, heißt die gemeinsame Übereinkunft.
Dazwischen Alceste, ein Mann, den dies alles anekelt: das anbiedernde Gerede der Karrieristen, die hohlen Phrasen der Kunstfreunde, die falschen Komplimente der Konkurrentinnen.
Alceste glaubt, jeden schonungslos mit der Wahrheit konfrontieren zu müssen und ist in seinem Urteil gnadenlos. Damit macht er sich schnell Feinde und hat auch bald einen Prozess am Hals. Aber dies alles nimmt Alceste nur als weiteren Beweis dafür, wie ungerecht es zugeht in dieser verkommenen Welt.
»Manchmal will ich nichts mehr, als all dem mich entziehn, Und von den Menschen weg in öde Wüsten fliehn.«
Warum erfüllt sich Alceste den Wunsch nicht und zieht sich zurück aus diesen Kreisen? Er ist verliebt, das ist die Stelle, an der Alceste sterblich ist. Gegen alle Vernunft liebt er Célimène, das schillernde Zentrum dieser Gesellschaft, sie, die Alceste verabscheut. Als Célimène ihn endgültig ablehnt, ist er tief getroffen. Molières meisterhafte Charakterkomödie schafft immer wieder den Sprung in unsere Zeit.
Premiere am 27.11.2009, 19:30 Uhr im Kleinen Haus
Weitere Vorstellungen
4,10,30.12.2009
Inszenierung: Daniel Fish
Bühne: Frank-Tilmann Otto
Kostüme: Kaye Voyce
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