Die Familie ist pleite, dem berühmten Kirschgarten droht die Zwangsversteigerung. Den Vorschlag des Kaufmanns Lopachin, den unrentablen Kirschgarten kurzerhand abzuholzen und in einträgliche Parzellen für städtefliehende Sommerfrischler zu verwandeln, lehnen die sentimentale Ranjewskaja, ihr lebensuntüchtiger Bruder Gajew und auch Adoptivtochter Warja ab.
Somit kommt es zur Versteigerung. Während die Familie ein Fest feiert, erwirbt Lopachin Gut und Garten. Die Familie fällt auseinander: Ranjewskaja kehrt zurück nach Paris. Gajew wird Bankangestellter mit unsicheren Aussichten. Warja verdingt sich als Wirtschafterin. Die siebzehnjährige Anja will in Moskau ihr eigenes Leben leben. Im leeren Haus hört man bereits von draußen die dumpfen Axtschläge.
Tschechows Werke sind vor allem für ihre vermeintliche Melancholie bekannt, auch Der Kirschgarten wird von jener einzigartigen Mischung aus Sehnsucht, Abschied und empfindsamer russischer Seele umflort. Tschechow selber sah das ganz anders. Ihm ging es im Kirschgarten – den er eine »Komödie« nannte! – weniger um den wehmütigen Abschied von einer sich überlebten Gesellschaftsschicht, als vielmehr um das Aufzeigen der Unvereinbarkeit von Kräften der alten und der neuen Zeit.
Dabei lässt Tschechow nicht erkennen, wo seine Sympathien liegen, er stattet alle Figuren mit einem nämlichen Maß an liebenswerter Kläglichkeit aus. Aber es ist Lopachin, der Emporkömmling, der Rechner, der Macher, der letztlich die Geschicke des Guts entscheidet.
Besetzung
INSZENIERUNG Christian von Treskow////BÜHNE Jürgen Lier////KOSTÜME Dorien Thomsen////MUSIK Sebastian Weber////DRAMATURGIE Oliver Held
Kontakt
Wuppertaler Bühnen GmbH
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