Für den jungen Läuffer gibt es nichts Beschämenderes als das zu sein, was er ist: ein Hofmeister, also Privatlehrer. In dem von Standesdünkel durchdrungenen Haus, wo er beschäftigt ist, behandelt man ihn wie einen Lakaien und setzt sein Gehalt immer weiter herab. Doch können alle Erniedrigungen nicht verhindern, dass die ihm anvertraute Tochter des Hauses bald ein Kind von ihm erwartet. Läuffer muss fliehen und sucht in einer Selbstkastration sein Heil.
Im „Hofmeister“ reflektiert J. M. R. Lenz (1751–1792) sein eigenes Vorleben – auch er verdingte sich zwischenzeitlich als Hofmeister. Generationen-, Geschlechter-, Gesinnungs- und Standeskonflikte sind auf der Bühne selten so leidenschaftlich ausgetragen worden wie in diesem Drama von 1774, das als die erste Tragikomödie des „Sturm und Drang“ in die Theatergeschichte eingegangen ist. In Zürich noch nie gespielt, kommt es in der Regie von Frank Castorf zur Aufführung. Der Intendant der Berliner Volksbühne inszeniert nach längerer Pause wieder am Schauspielhaus. Mit dem Dichter befasste er sich auch 2008 bei Wolfgang Rihms Kammeroper „Lenz“ in Wien.
Regie: Frank Cast
Premiere am 14.1.2010
Weitere Aufführungen bis zum 31.1.2010
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Links
http://www.schauspielhaus.ch/www/107_430.asp?PlayID=529
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Hofmeister
http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Michael_Reinhold_Lenz

