Ist die Welt wirklich so schlecht? Drei Götter sind auf die Erde gekommen, um wenigstens einen Menschen zu finden, der es fertig bringt, auf dieser Welt anständig und glücklich zugleich zu sein. In Sezuan scheinen sie endlich an ihr Ziel gelangt zu sein: die Prostituierte Shen Te bietet ihnen trotz ihrer Not ein Nachtlager an. Dankbar vergüten ihr die Götter das Obdach mit dreißig Silberdollar.
Mit diesem Startkapital kauft Shen Te sich einen kleinen Tabakladen. Doch es dauert nicht lange, bis ihr kleiner Wohlstand zahllose Bedürftige anlockt, die ihre Güte hemmungslos auszunutzen beginnen. Als ihr das gerade gewonnene Glück zwischen den Fingern zu zerrinnen droht, erfindet Shen Te den imaginären Vetter Shui Ta. Verkleidet taucht sie in ihrem eigenen Laden auf, schmeißt die Schmarotzer raus, weist die Bittenden ab und trifft die harten Entscheidungen, nach denen die Geschäftswelt verlangt. Die Situation ist bereinigt und die sanfte Shen Te kann wieder erscheinen. Doch schnell bringt ihre Menschenliebe sie wieder in Bedrängnis und macht das erneute Eingreifen Shui Tas notwendig …
Mit der Zerrissenheit Shen Tes stellt Bertolt Brecht ein Paradox ins Zentrum seines Parabelstückes (1941), das sowohl in Bezug auf soziale Gerechtigkeit wie ökologische Nachhaltigkeit eine der zentralsten Herausforderungen unserer Gegenwart darstellt: die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Erfolg mit ethischem Handeln.
Regie Jan Jochymski
Bühne Peter Scior
Kostüme Katherina Kopp
Dramaturgie Dag Kemser
Aufführungen bis zum 9.12.2010
Kontakt
Theater Magdeburg
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