In dieser Woche verabschiedet sich das Schauspielhaus Bochum von vier
Inszenierungen. Zum letzten Mal gibt es Gelegenheit „Der Gott des
Gemetzels“, die Uraufführung „Bermudadreieck“,
„Das weite Land“ sowie Elmar Goerdens Mamet-Projekt „Work, Sex and
Politics“ zu sehen.
Den Anfang macht Burghart Klaußners Inszenierung „Der Gott des
Gemetzels“ von Yasmina Reza am Dienstag, 16. März, um 19.30 Uhr im
Schauspielhaus.
Der gerade aus Los Angeles von der Oscar-Verleihung
zurückgekehrte Schauspieler Burghart Klaußner hat mit dieser
Gesellschaftskomödie sein Regie-Debüt in Bochum gegeben.
Der Streitzweier 11-jährigen Jungen löst einen Aufarbeitungsprozess der beiden Elternpaare aus. Man trifft sich und möchte in Ruhe alles besprechen.
Doch unversehens brechen sich archaischere Impulse Bahn. Aus
Gereiztheiten und Sticheleien werden handfeste Vorwürfe, die Situation
läuft aus dem Ruder.
Mit diabolischem Humor spießt Yasmina Reza in
ihrem Stück unsere bürgerliche Gesellschaft auf und legt auf
unterhaltsamste Weise die Abgründe unter der dünnen Schicht von
Kultiviertheit offen.
Am Donnerstag, 18. März, um 19.30 Uhr folgt im Theater unter Tage die
letzte Vorstellung von „Bermudadreieck“. Für das Stück hat sich der
Autor John Birke einen geheimnisvollen Ort einfallen lassen:
Ein Ort, an
dem alles möglich ist; an dem man sein kann, wer man will; ein Ort, an
dem man wieder auftaucht, wenn man irgendwo anders untertauchen will.
In der Uraufführung begegnen sich die historischen Figuren Karl May und
Tom Ripley, jenseits von Zeit und Raum, um ihre wahre Identität zu
entdecken.
Am Samstag, 20. März, werden gleich zwei Vorstellungen abgespielt. Im
Schauspielhaus wird um 19.30 Uhr die letzte Vorstellung von Arthur
Schnitzlers „Das weite Land“ gezeigt. In den Kammerspielen läuft um
18.00 Uhr zum letzten Mal Elmar Goerdens Projekt „Work, Sex and
Politics“.
In „Work, Sex and Politics“ hat Regisseur und Intendant Elmar Goerden
drei Stücke von US Autor David Mamet, „Hanglage Meerblick“, „Sexual
Perversity in Chicago“ und „November“, zu einem großen Sittengemälde
zusammengefügt. Das erste Stück handelt von Wettkampf mehrerer
Immobilienmakler, die um ihre Zukunft kämpfen.
Das Stück, im Original „Glengary Glen Ross“, wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt. Das zweite Stück „Sexual Perversity in
Chicago“ war ebenfalls im Kino zu sehen. Edward Zwick verfilmte den
Stoff unter dem Titel „About Last Night“ („Nochmal so wie letzte
Nacht“).
David Mamet beschreibt in diesem Stück den ganzen normalen
Wahnsinn von Beziehungen und die ganz normale Unfähigkeit zu lieben. Das
dritte Stück „November“ ist das jüngste des US-Autors und ist eine
bitterböse Satire auf die Administration Bush.
Der amtierende US-Präsident Charles Smith sieht eine Woche vor der erhofften
Wiederwahl seine Felle davonschwimmen. Die Umfrageergebnisse im Keller,
die Wahlkampfkasse leer; es hat nur noch für zwei TV-Spots gereicht.
Geld muss her.
Da kommt der Vertreter des Verbandes der Truthahnzüchter
gerade recht. Ist es doch seit dem Zweiten Weltkrieg so Sitte, dass der
Präsident medienwirksam einen Truthahn begnadigt, wofür der Verband Geld
spendet. Doch Fünfzigtausend Dollar machen den Kohl nicht fett …
Im Schauspielhaus ist am Samstag, 20. März, um 19.30 Uhr in „Das weite
Land“ eine weitere „Letzte“ angesetzt. Regisseur Dieter Giesing hat
mit einem hochkarätigen Ensemble Arthur Schnitzlers Tragikomödie in
Szene gesetzt.
Neben Catrin Striebeck, Ulli Maier, Felix Vörtler und
Markus Boysen ist Burghart Klaußner in der Hauptrolle zu sehen. Klaußner
ist in letzter Zeit durch den Film „Das weiße Band“ einer breiteren
Öffentlichkeit bekannt geworden. Im Schauspielhaus spielte er auch in
„Geschichten aus dem Wiener Wald“ oder „Floh im Ohr“.
Karten für alle Stücke sind an der Theaterkasse unter 0234 / 3333 -
5555 oder an der Abendkasse erhältlich. Weitere Informationen und
Tickets auch unter tickets@schauspielhausbochum.de oder über die
Homepage des Schauspielhauses: www.schauspielhausbochum.de
Jörn Denhard
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