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verkörpert frauen als heldinnen

Der Friedenspreis des Buchhandels geht an die Autorin Swetlana Alexijwitsch

Die weißrussische Autorin Swetlana Alexijewitsch, nach deren Buch Der Krieg hat kein weibliches Gesicht die gleichnamige Produktion am Düsseldorfer Schauspielhaus entstand, wird in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Theater in Düsseldorf

Die letzten Vorstellungen der Inszenierung von Michał Borczuch sind noch am 26. Juni (Theatertag!), am 29. Juni und - zum letzten Mal - am 4. Juli (mit einer Einführung um 19 Uhr) zu sehen.

Die Heldinnen Swetlana Alexijewitschs sind Frauen, die als junge Mädchen in Sommerkleidern und Absatzschuhen in den Krieg gezogen sind, um ihre Heimat zu verteidigen. Im Kampf fanden sie nichts Heroisches. Sie begegneten den Menschen und erlebten sie als Bestien. Wenn man diesen Frauen zuhört – Frauen vom Land und aus der Stadt, einfachen und gebildeten, Frauen, die Verwundete retteten, und Frauen, die schossen – dann erkennt man, dass es noch einen Krieg gibt, den Krieg nach dem Krieg, in dem sie des Lügens bezichtigt und wie Verräterinnen und Huren behandelt werden.

Swetlana Alexijewitsch hat diese Geschichte, die weibliche Geschichte des Krieges, aufgeschrieben. Das 1985 in der damaligen Sowjetunion erschienene Buch, mit dem die Autorin sofort bekannt wurde, umfasst Hunderte von authentischen Interviews mit Soldatinnen, Scharfschützinnen, Sanitäterinnen, Pilotinnen, Partisaninnen, aber auch einfachen Wäscherinnen, Köchinnen hinter der Frontlinie. Die weißrussische Autorin ist heute die konsequenteste und eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Protokoll-Literatur. Sie wurde mehrfach für ihre engagierte Dokumentarprosa ausgezeichnet. Seit der Diktator Lukaschenko an der Macht ist, ist in Weißrussland kein Buch mehr von ihr erschienen.

Freunde der Kunst

Der junge polnische Regisseur Michał Borczuch inszeniert einen lebendigen Dialog zwischen unterschiedlichen Generationen. Der 1979 in Krakau Geborene gehört zu den großen Regie-Nachwuchstalenten in seiner polnischen Heimat. Er inszenierte bereits am berühmten Stary Teatr in seiner Heimatstadt und an der führenden Avantgardebühne des Landes, dem Theater TRWarszawa in der Hauptstadt. Im Jahresprogramm der Mentor and Protégé Arts Initiative der Firma Rolex ist Michał Borczuch 2012/13 Meisterschüler des französischen Starregisseurs Patrice Chéreau.

 

Petra Serwe

Pressereferentin

E-Mail: petra.serwe@duesseldorfer-schauspielhaus.de

Internet: www.duesseldorfer-schauspielhaus.de