Die hr-Koproduktion „Fünf Jahre Leben“ ist am Wochenende auf dem renommierten Filmfestival „Max-Ophüls-Preis“ in Saarbrücken gleich zwei Mal ausgezeichnet worden. Der Film von Regisseur Stefan Schaller erhielt den mit 2.500 Euro dotierten Preis der Jugendjury sowie den undotierten Interfilmpreis.
„Erschütternd“ führe der Film vor Augen, „wie physische, und vor allem mit welchen Methoden psychische Folter auch heute noch ausgeübt wird“, heißt es in der Begründung der Jugendjury, und die Jury des Interfilmpreises urteilt: „Überzeugend gespielt mit beklemmend realer Perspektive provoziert der Film die Frage nach Menschlichkeit und Würde. […] Ein Plädoyer für die Kraft des Willens und gegen das Vergessen.“
„Fünf Jahre Leben“ basiert auf der wahren Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der während einer Pakistanreise festgenommen und ins Gefangenenlager Guantanamo Bay gebracht wird. Dort soll er gestehen, dass er zusammen mit den Taliban in Afghanistan habe kämpfen wollen. Doch Murat weigert sich zu lügen – er ist unschuldig. Verhörspezialist Gail Holford setzt alles daran, ihn zu einem Geständnis zu bewegen.
Trotz Verhören, Folter, Isolationshaft und mehreren Zusammenbrüchen bleibt Murat stark und beweist eine Widerstandskraft, gegen die auch Holford nichts auszurichten vermag. Nach fünf Jahren Haft endet das Martyrium – Murat Kurnaz wird in die Freiheit entlassen ... Neben Sascha Alexander Gersak als Murat Kurnaz und Ben Miles als Verhörspezialist Gail Holford sind in weiteren Rollen Timur Isik, David Ali Hamade, Trystan W. Pütter und John Keogh zu sehen. Die teamWorx-Produktion „Fünf Jahre Leben“ entstand unter Federführung des hr in Zusammenarbeit mit Arte, SWR, BR, SR und Radio Bremen.
Das Filmfestival „Max-Ophüls-Preis“ fand vom 21. bis 27. Januar in Saarbrücken statt. Seit 33 Jahren bietet es als wichtiges Nachwuchsfestival eine zentrale Plattform für junge Talente aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Preis der Jugendjury wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Landeszentrale für politische Bildung Saarland getragen. Der Interfilmpreis zeichnet einen Film aus dem Wettbewerb aus, der in besonderer Weise existentielle und gesellschaftliche Fragen und Probleme artikuliert und diese filmästhetisch anspruchsvoll umsetzt.


Sascha Alexander Gersak in der Rolle des Murat Kurnaz (links) und Ben Miles als Verhörspezialist Gail Holford in dem Film "Fünf Jahre Leben". Foto: hr/teamWorx