Gustav Hackendahl, genannt der Eiserne, trägt seinen Namen zu Recht. Preußische Disziplin wurde ihm eingebleut in der Armee des Kaisers, Zucht und Ordnung lehrt er seine Söhne und Töchter. Vorerst scheint das Lebenskonzept aufzugehen.
Der Droschkenbetrieb mit dreißig Pferden floriert, die Familie lebt im relativen Wohlstand. Doch dann kommt der erste Weltkrieg, und nichts ist mehr sicher. Die Pferde werden eingezogen und mit ihnen Hackendahls Lebensgrundlage, die Nahrung wird knapp und, was das Schlimmste ist, die Kinder machen, was sie wollen.
Nach dem Krieg erobert das Automobil die Straßen, nach Droschken fragt jetzt keiner mehr. Aber weil der Gustav eben eisern ist, mag er den Schritt in die Moderne nicht mitvollziehen. Dafür gönnt er sich einen letzten Triumph: Mit der Kutsche fährt er von Berlin nach Paris und wird auf diese Weise zu einem der ersten Medienstars.
Hans Falladas Romane erleben zur Zeit eine überraschende Renaissance, und auch das Theater entdeckt seine kraftvollen Figuren und humorvollen Stoffe wieder aufs Neue. Sein ‚Eiserner Gustav‘ nimmt sich die reale Figur des Berliner Droschkenkutschers Gustav Hartmann zum Vorbild, der mit seiner Droschkenfahrt nach Paris im Jahr 1928 zum Symbol der Völkerfreundschaft wurde.
Fallada schlägt in seinem Roman den Bogen vom ausgehenden Kaiserreich bis in die Weimarer Republik und erzählt über eine Zeit der Wandlung, in der jegliche Werte ihre Bedeutung verlieren und das Weltgefüge sich grundlegend verändert.
Er kritisiert den blinden Autoritätsglauben und Hurrapatriotismus der wilhelminischen Zeit und beschreibt anrührend das Leid der Kriegsjahre und die darauffolgenden politischen Wirren. Vor allem aber schreibt er die bewegende Geschichte eines Menschen, über den die Zeit hinwegrollt, der allen Boden unter den Füßen verliert und sich zuletzt doch noch zu fassen weiß.
Erstaufführung
Nach dem Roman von Hans Fallada
Fassung von Barbara Wendland
Premiere
Samstag, den 21.01.2012, 19.30 Uhr
Kleines Haus
Donnerstag, den 26.01.2012, 19.30 Uhr
Mittwoch, den 01.02.2012, 19.30 Uhr
Mittwoch, den 22.02.2012, 19.30 Uhr
Freitag, den 24.02.2012, 19.30 Uhr
| Inszenierung | Tilman Gersch |
| Bühne und Kostüme | Miriam Grimm |
| Musik | Frank Rosenberger |
| Dramaturgie | Barbara Wendland |
| Mit: | |
| Gustav | Rainer Kühn |
| Mutter | Monika Kroll |
| Otto | Michael von Bennigsen |
| Erich | Michael Birnbaum |
| Heinz | Nils Kreutinger |
| Sophie | Franziska Beyer |
| Eva | Sybille Weiser |
| Tutti / Tinette | Viola Pobitschka |
| Eugen | Stefan Schießleder |
| Irma | Magdalena Höfner |
| Klavier | Frank Rosenberger |
Ausführliche Informationen erhalten Sie hier.
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Pressereferat
Christian-Zais-Str. 3
65189 Wiesbaden
Ansprechpartner:
Sandra Ihrig
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49 (0)611-132 329
Fax +49 (0)611-132 307
pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de
Martin Kaufhold
Theaterfotograf
Fon +49 (0)611-132 413
m.kaufhold@staatstheater-wiesbaden.de


Der Eiserne Gustav (© Martin Kaufhold











