Freitag, 7. Januar 2011 | 19 Uhr - „Antrittsrede als neuer Direktor des Frankfurter Kunstvereins 2008“ - Performance von Michael Riedel (mit Daniel Baumann)
2000 gründete Michael Riedel mit Denis Loesch den mittlerweile legendenumwobenen Ausstellungsraum „Oskar-von-Miller-Strasse 16“ an gleichnamiger Stelle in Frankfurt, der Ort an dem auch die Freitagsküche begann.
2006 wurde das Gebäude abgerissen, was zu einem vorübergehenden Ortswechsel nach Berlin führte, wo die „Oskar-von-Miller-Strasse 16“ in der Weydinger Straße 20 in Berlin zu finden war. Seit Anfang dieses Jahres ist Michael Riedel wieder in Frankfurt, wo er den Ausstellungsraum unter der Bezeichnung „Oskar-von-Miller Strasse 16“ weiterführt.
Für die Ausstellung „New Frankfurt Internationals“ findet in dem neuen Ausstellungsraum in der Mainzer Landstraße 105 noch einmal seine Antrittsrede als neuer Leiter des Frankfurter Kunstvereins statt. Diese hielt er gemeinsam mit Daniel Baumann am 9. Oktober 2008 im Frankfurter Kunstverein und formulierte darin eine Neuausrichtung der Institution Kunstverein.
Michael Riedel (geb. 1972) studierte an der Städelschule, Frankfurt a.M. und lebt und arbeitet in Frankfurt a.M. sowie in New York.
Eintritt frei
Ort: Ausstellungsraum „Oskar-von-Miller-Strasse 16“, Mainzer Landstr. 105
Mittwoch, 12. Januar 2011 | 19.30 Uhr
„Achselhaar in Anderswelt - Mythische Comics eines Shipibo-Indianers“ - Vortrag von Monika Lodderstaedt (Weltkulturen Museum Frankfurt am Main) im Rahmen der Reihe „My Theme“
Mythische Figuren werden zu Comic-Helden. So wie sich Spiderman und Hellboy zwischen Alltagswelt und „Anderwelt“ bewegen, dabei ihre Gestalt und ihren Zustand ändern, verwandeln sich die Kinder des Sonnengottes auf ihrem Weg zwischen den Ebenen des Shipibo-Kosmos.
Elmer Elias Silva, Sohn einer Shipibo-Indianerin aus dem peruanischen Amazonastiefland, erweitert indigene Ausdrucksformen durch den Comic. Mythisches Wissen wird zugleich konserviert und neu erfunden, Erinnerungskultur in neuer Form an ein breiteres, auch westliches Publikum vermittelt.
Anhand einer Reihe seiner Werke aus den Jahren 1990-1992, die im Besitz des Weltkulturen Museum sind, soll der Vortrag darstellen, inwiefern Elias Silva die medialen Qualitäten des Comics nutzt bzw. wie er die uns bekannten Strukturen des Comics zu einer indigenen Variante des Genres verändert.
Monika Lodderstaedt, wissenschaftliche Volontärin der Abteilung Amerika am Weltkulturen Museum Frankfurt, studierte Ethnologie, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft an der Universität Tübingen und an der Universidad de Buenos Aires.
Eintritt frei
Ort: Café im Kunstverein
Freitag, 21. Januar 2011 | 19 Uhr
„Tokat“ - Performance/Installation von Leonard Kahlcke
In der performativen Installation für „New Frankfurt Internationals“ setzt sich Kahlcke mit der Architektur und der Bedeutung von zentralen und repräsentativen Plätzen der Innenstadt auseinander.
Fotos von Jugendbanden der 1980er und 1990er Jahre, die er innerhalb der Szene recherchiert hat, stellt er eigens angefertigte, aktuelle Fotografien von „Repräsentationsarchitektur“ gegenüber. Kahlcke macht in einer narrativen Schau die Phänomene repressiver Raumaneignung visuell erfahrbar.
Hierzu Kahlcke: „Es geht um den Wandel der Metropole, die repräsentierende Dominanz von Architektur und Mensch, Zugehörigkeit und Nichtzugehörigkeit, sowie den Machtanspruch auf zentrale Räume der Stadt – oder besser, warum der Kampf um die Innenstadt wichtig ist.“
Leonard Kahlcke (geb. 1975) studierte an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach a. M. Er lebt und arbeitet in Frankfurt a. M.
Eintritt frei
Ort wird noch bekannt gegeben
Samstag, 29. Januar 2011 | 19 Uhr
„A performance of motion in large proportions“ - Performance von Michele Di Menna
Michele Di Menna inszeniert komplexe Situationen, mit denen sie die Beziehung zwischen menschlichem Körper und Kommunikation in den Grenzen des architektonischen Raums auslotet. In ihrer Performance für New Frankfurt Internationals plant Di Menna die ephemere Erkundung eines mysteriösen Vorgangs im markanten Frankfurter Messeturm.
Die Künstlerin wird unter anderem den absurden Prestige-Kampf in modernen Metropolen um die Höhe von Hochhäusern thematisieren. Ihr besonderer Fokus gilt den architektonisch-spekulativen Freiräumen, in denen die Kultur auf Ökonomie trifft und in zweckentfremdeten Spitzaufbauten, wie Antennen, Pyramiden und aufeinandergestapelte Klimaanlagen ihren Ausdruck finden.
Michele Di Menna (geb. 1980 in Vancouver, Kanada) studierte am Emily Carr Institute of Art and Design, Vancouver und an der Städelschule, Frankfurt a. M. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Eintritt frei
Ort: Messe Turm, Friedrich-Ebert-Anlage 49, 59. Etage
Nur mit Anmeldung unter: post@fkv.de oder Tel. 069/219314-40
Ausstellungen
New Frankfurt Internationals: Stories and Stages
bis 13. Februar 2011
„New Frankfurt Internationals“ ist eine Kooperation zwischen dem Frankfurter Kunstverein (FKV), dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule.
Das Projekt umfasst eine Ausstellung, eine Performancereihe sowie künstlerische Interventionen in der Rhein-Main-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
„New Frankfurt Internationals“ trägt dem großen in der Region vorhandenen künstlerischen Potential Rechnung und präsentiert Künstler, die hier leben und / oder studiert haben und inzwischen zu den „new internationals“ im weltweiten Kunstbetrieb gehören.
Das Projekt ist als wiederkehrendes Ausstellungsformat geplant, das ein national und international wahrnehmbares Signal für junge Kunst aus Frankfurt und der Region setzt.
In seiner ersten Ausgabe unter dem Titel „Stories and Stages“ fokussiert „New Frankfurt Internationals“ auf künstlerische Werke, die sich mit unterschiedlichen Techniken und Formen des Erzählens beschäftigen. Die Medien Film, Fotografie oder Skulptur verwenden die gezeigten Künstler oft als Bühnen, auf denen sie ihre Erzählungen aufführen.
Die im Frankfurter Kunstverein präsentierten Werke sind zumeist auf konkrete Geschichten oder Ereignisse bezogen, die mithilfe von Fragmentierung oder Montage dekonstruiert werden. Im MMK Zollamt zeigen die Künstler alltägliche Materialien oder Symbole und kombinieren diese miteinander, um auf mögliche Handlungen, Räume oder Zeitverläufe zu verweisen.
Neben der Präsentation von Arbeiten im Frankfurter Kunstverein und im MMK Zollamt ist ein dritter Ort der Ausstellung die Rhein-Main-Zeitung, der Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
Während der Projektlaufzeit gestaltet wöchentlich ein Künstler eine Zeitungsseite und beschäftigt sich mit der ihr eigenen dokumentarischen Erzählform. Bei Performances und künstlerischen Inszenierungen in der Frankfurter Innenstadt können die Besucher des Ausstellungsprojektes zudem eine weitere Facette des Erzählens beobachten.
Teilnehmende Künstler:
Katinka Bock, Shannon Bool, Michele Di Menna, Thomas Erdelmeier, Ximena Aburto Felis, Carsten Fock, Dani Gal, Heike Gallmeier, Murray Gaylard, Nathalie Grenzhaeuser, Mauricio Guillén, Janus Hochgesand, Leonard Kahlcke, Daniel Kannenberg, Thomas Kilpper, Dirk Krecker, Maria Loboda, Shane Munro, Marina Naprushkina, Martin Neumaier, Sarah Ortmeyer, Anny und Sibel Öztürk, Mario Pfeifer, red park, Claus Richter, Michael Riedel, Dan Starling, Rebecca Ann Tess, Nina Tobien, Tris Vonna-Michell, Jeronimo Voss, Eva Weingärtner, Adrian Williams, Barbara Wolff, Leo Wörner, Holger Wüst und Naneci Yurdagül.
Lilian Engelmann (FKV), Jonas Leihener (Städelschule) und Bernd Reiß (MMK), Kuratoren des Projekts
Informationen zum Projekt unter: www.newfrankfurtinternationals.de
„New Frankfurt Internationals: Stories and Stages“ wird ermöglicht und gefördert durch das Kulturamt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Partner des Projekts ist die „Rhein-Main-Zeitung“, der Regionalteil der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.).
Deutsche Börse Residency Program
Das „Deutsche Börse Residency Program“ ist eine Initiative des Frankfurter Kunstvereins, die dank der Unterstützung der Gruppe Deutsche Börse umgesetzt wird.
Die Residenz ist an den Kunstverein angeschlossen und bietet ein Appartement als Wohn- und Produktionsstätte für internationale Künstler, Kuratoren und Kunstvermittler.
Die Gäste werden eingeladen oder können sich bewerben, um ein eigenes Projekt umzusetzen. Ziel des Programms ist es den Dialog innerhalb des Kulturbetriebs und über Ländergrenzen hinweg auszubauen.
Im Januar sind die Künstlerinnen Nadja Marcin und Yumi Janeiro Roth zu Gast in der Residency.
Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
D-60311 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0)69 219 314 0
Fax. +49 (0)69 219 314 11
post@fkv.de / www.fkv.de

