Gesellschaft Freunde der Künste

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von Peter Handke

DAS SPIEL VOM FRAGEN oder Die Reise zum sonoren Land am 20.2.2010 Karlsruhe

Irgendwo in einem Niemandsland: Auf ein "sonores Signal" hin machen sich sieben Menschen, beobachtet von einem "Einheimischen", zu einer gemeinsamen (Pilger-)Reise auf. Die Figuren bilden Paare, die aus gegensätzlichen Blickwinkeln die Welt betrachten: Der ‚Mauerschauer’ schaut sich die Welt schön, wohingegen der ‚Spielverderber’ überall nur Verfall, "Gehetztheit" und Krieg wahrnimmt. Die ‚Schauspielerin’ und der ‚Schauspieler’ sind für einander bestimmt, aber sie "können zusammen nicht kommen".

Oder das ‚alte Paar’, das im Angesicht des Todes seine Liebe in Zweifel zieht. Handkes Stück, 1989 geschrieben, ist ein komisches und heiteres Schau-Spiel, - ohne die das herkömmliche Drama prägenden Verwicklungen, ohne einen nacherzählbaren Plot. Die Handlung entsteht aus dem sich entwickelnden Frage-Spiel, aus der Sprache: In den bilderreichen Litaneien und sokratischen Wechselreden, in dem Gemisch aus Erhabenem und Trivialem geht es um die "Kunst des Fragens". Das Spiel gelingt, wenn das "rechte" Fragen, gespiegelt in der Langsamkeit des Gehens und Wanderns der Figuren, eine Bewegung hin zu einem "Raum der Phantasie" erschafft. Einem poetischen Raum, der jenem "sonoren Land" entspricht, das sich jenseits der Fragen in der "Stille" konstituiert

.Der Regisseur und Bühnenbildner Michael Simon, in Karlsruhe bekannt geworden durch seine fulminanten Inszenierungen von "Dreamtime" und "Prinzessinnendramen", wird dieses Schauspiel, gleichsam ein Vorläufer der sprachgewaltigen Stücke von Elfriede Jelinek, in einer eigenwilligen Raumkonzeption in Szene setzen: Eine spielerische Forschungs-expedition auf der Suche nach der verlorenen Poesie.Peter Handke, 1942 in Griffen (Kärnten) geboren, ist einer der bedeutendsten Dichter deutscher Sprache. Er lebt heute bei Paris. Früh bekannt geworden durch seine Dramen

"Publikumsbeschimpfung" (1966), "Kaspar" (1967) u.a. ist er auch durch seine Prosa weltberühmt. Vielfach geehrt (Georg-Büchner-Preis 1973, Franz-Kafka-Preis 1979) verzichtet er 2006, nach Kontroversen um sein umstrittenes Engagement für Serbien, auf den Heinrich-Heine-Preis.

Premiere am 20.2.2010

Weitere Aufführungen bis zum 2.3.2010

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