Der verschlagene Nibelung Alberich raubt den Schatz der Rheintöchter, das sagenumwobene „Rheingold“. Dieses verspricht - zum Ring gebogen - höchste Macht demjenigen, der für immer der Liebe entsagt. Wotan hat den Riesen Fasolt und Fafner als Lohn für die von ihnen erbaute Götterburg die Göttin Freia versprochen, doch erklären sie sich bereit, auf sie zu verzichten, wenn Wotan ihnen zum Besitz des Rheingolds verhilft. Alberich, den die Götter überlisten und ihn um seine Schätze samt Ring bringen, spricht einen Fluch über den Ring aus: jeder soll gierig nach dem Ring streben, doch wenn er ihn besitzt, zugrunde gehen.
Unterbrochen von der Komposition des Tristan und den Meistersingern nahm Wagner die Arbeit an seinem größten Werk, dem Ring des Nibelungen, mehr als ein Vierteljahrhundert in Anspruch. Aus den Sagen des deutschen Altertums und der altgerma¬nischen Mythologie entwickelte er die Handlung der Tetralogie, die die Dimensionen alles bisher Dagewesenen überschreitet und in einem eigens für diesen Zweck erbauten Festspieltheater aufgeführt werden sollte. 1854 beendete Wagner die Komposition des Vorabends, des Rheingolds. Gegen den Widerstand des Komponisten ließ König Ludwig II. 1869 die bereits fertiggestellten Teile der Tetralogie in München uraufführen, bevor der gesamte Ring erstmals 1876 im Bayreuther Festspielhaus zu erleben war. Wagner wollte mit seinem monumentalen Ring des Nibelungen ein „Weltgedicht“ schaffen, das „der Welt Anfang und Untergang“ enthält. Als einheitsstiftendes Mittel, das die vier Abende zusammenhält, verwendete er die Leitmotivtechnik, die eine vorausweisende oder verknüpfende Funktion erfüllt und mit der das Orchester das Geschehen durch Klangreichtum und außergewöhnliche Effekte kommentiert.
Woglinde: Nur wer der Minne Macht entsagt, | nur wer der Liebe Lust verjagt, | nur der erzielt sich den Zauber, | zum Reif zu zwingen das Gold.
Tiroler Landestheater Innsbruck www.landestheater.at ab 14.3.2009

