Der Dichter Heinrich von Kleist hat in seinen Stücken stets den Raum zwischen Gefühl und Verstand erkundet und seine Figuren immer wieder in das Zwischenreich des Traumes geschickt, damit sie dort lernen, mit der Realität umzugehen. Mit dem Käthchen von Heilbronn hat er ein irisierendes Märchen geschaffen, das ein romantisches Plädoyer für den Sieg des Gefühls über die Widrigkeiten der Wirklichkeit hält.
Denn ein gemeinsamer Traum – was sonst? – verbindet das einfache Mädchen Käthchen mit dem Grafen Wetter vom Strahl. Doch während ihr der Glaube an die nächtliche Vision schier unerschöpfliche Kräfte verleiht und sie mit traumhafter Sicherheit die Zeichen der Liebe erkennt und ihnen folgt, muss er mühsam Vorurteile und Täuschungen überwinden, bis er ahnt, dass dieses merkwürdige Geschöpf, das ihm nicht von den Fersen weicht, seine Bestimmung ist.
Heinrich von Kleist schrieb sein «grosses historisches Ritterspiel» 1807/08 als träumerisch-wunderbares Volksstück, in dem ein visionäres Gefühl, die Liebe, durch das Vertrauen und die Unbeirrbarkeit eines Mädchens Erfüllung findet. Einerseits passiv ihrer Bestimmung hingegeben, erweist sich das Käthchen andererseits gerade durch sein somnambules Handeln als erfolgreich – in einer Zeit des Pragmatismus, wie der heutigen, ein gleichermassen fremder wie hochgradig faszinierender Vorgang.
Besetzung
Inszenierung: Erich Sidler
Bühne: Gregor Müller
Kostüme: Bettina Latscha
Musik: Philipp Ludwig Stangl
Der Kaiser: Ingo Ospelt Graf Otto von der Flühe, Rat des Kaisers: Ernst C. Sigrist Wenzel von Nachtheim, Rat des Kaisers: Sebastian Edtbauer Friedrich Wetter, Graf vom Strahl: Lukas Turtur Graf Flammberg: Heiner Take Gräfin Helena, seine Mutter: Sabine Martin Gottschalk, sein Knecht: Andri Schenardi Kunigunde von Thurneck: Marianne Hamre Rosalie, ihre Kammerzofe: Henriette Cejpek Graf Freiburg: Diego Valsecchi Rheingraf: Stefano Wenk Brigitte: Jonathan Loosli Theobald Friedeborn, Waffenschmied aus Heilbronn: Ingo Ospelt Käthchen, seine Tochter: Milva Stark Ritter Wetzlaf: N.N. Engel/Köhlerjunge: Beni Kühni
Premiere am 19.2.2010
Weitere Aufführungen bis zum 18.6.2010
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Presse
Beat Glur
Links
http://www.stadttheaterbern.ch/440-das-kaethchen-von-heilbronn.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Kleist
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_K%C3%A4thchen_von_Heilbronn
http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/das_kaethchen_von_heilbronn.htm

