Das Kulturamt der Stadt Hilden präsentiert vom 30. August bis zum 27. September 2009 in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Geuer & Breckner und dem Gewerbepark-Süd Grafiken des international renommierten Künstlers A.R. Penck. Ausstellungsort der Werkschau mit dem Titel „A.R. Penck - Das grafische Werk“ ist der „Kunstraum Gewerbepark-Süd“ an der Hofstr. 64 in Hilden.
Wie kaum ein anderer deutscher Künstler löste A.R. Penck durch seinen individuellen Stil einen Schub in der allgemeinen Entwicklung der Künste in Deutschland aus. Bereits in der DDR thematisierte Penck immer wieder die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft. Mit seiner unverwechselbaren Art abstrahiert der Künstler Figuren und Symbole und kreiert ein universales Vokabular.
A.R. Penck wird 1939 als Ralf Winkler in Dresden geboren. Dieses seit Mitte der 1960er Jahre unter Zusatz von R. (Ralf) im Vornamen und bis heute gültige Pseudonym nimmt Bezug auf den Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck (1858–1945). Die Wahl des Pseudonyms wird oft auch als Kommentar zum Kalten Krieg gedeutet. Sicherlich aufschlussreicher ist allerdings, dass durch die Verwendung des Namens eines Forschers programmatisch die Verbindung von Kunst und Wissenschaft impliziert wird.
Der dritte Bezugspunkt sind die Parallelen zwischen Pencks Zeichenwelt und den Bildzyklen der Höhlenmalerei der Eiszeit. Der archäologische Rückgriff, das zentrale Motiv des Urmenschen habe seine Malerei wesentlich befruchtet und beeinflusst, heißt es. Zudem stecke laut Penck in jedem Individuum ein Stück Urmensch.
Nachdem Penck bereits Ende der 1950er Jahre eigene Wege jenseits von traditioneller Kunst und sozialistischem Realismus beschritten hat, entstehen ab 1961 die sogenannten „Weltbilder“, die bereits die zweidimensionalen, reduzierten und anonymen Strichmänner zum Gegenstand seiner Arbeiten machen. Seine Bildwelten sind eher zeichnerisch strukturiert und belegen sein Interesse an prähistorischer Malerei: Die Kombination aus Figuration und Abstraktion entwickelt sich zu seinem Markenzeichen.
Ab den 60er Jahren gewinnen der Informationsbegriff wie auch die mathematische Theorie des abstrakten Automaten eine immer größere Bedeutung für den Künstler. Ebenso wichtig wird für ihn die Sprache der Kybernetik mit ihrem hohen Abstraktionsgrad und den Begriffen des Systems und des Standards.
Aus der Folge entwickelt sich der Signalcharakter von Zeichen und Symbolen zu einem wesentlichen und übergreifenden System in seinem Werk, d.h. das Bild als System – System als Bild. Mit dieser neuen Bildmethodik ändern sich zwangsläufig Pencks Motive und Themen, sie werden allgemeiner und politischer: Der Kalte Krieg zwischen Ost und West ist das Thema der ‚Weltbilder‘ und ‚Systembilder‘.“
Ab den 70er Jahren arbeitet Penck mit zahlreichen unterschiedlichen Stoffen: Er produziert Filme, realisiert Holzskulpturen, entwickelt seine bedeutenden Künstlerbücher und experimentiert mit surrealen Kompositionen. Parallel zu dem zunehmenden Druck im Osten – Penck darf bereits seit 1962 in der DDR nicht mehr öffentlich ausstellen – verzeichnet Penck aber große Erfolge im Westen und nimmt an der Biennale von Venedig und an der documenta in Kassel teil.
1976 begegnet Penck dem westdeutschen Malerkollegen Jörg Immendorff, mit dem er in den folgenden Jahren zusammenarbeitet.
Nach seiner Ausbürgerung aus der DDR und der Übersiedlung in den Westen im Jahr 1980 verarbeitet der Künstler die großen Veränderungen in seinem Leben: Penck hat den Osten einmal als die Wüste und den Westen als Dschungel beschrieben.
Die beiden sehr unterschiedlichen politischen Systeme, der Konflikt dieser Welten und seine sehr individuelle und bis heute ausgeprägte philosophisch-politische Grundhaltung bleiben Pencks großes Thema. In der Folge entstehen zahlreiche Werke zu diesem Thema, mit denen ein stilistischer Wandel zu stärkerer Farbigkeit und Räumlichkeit einhergeht
Penck nutzt die Freiheiten des Westens und zieht 1982 nach London. 1989 wird er Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf und lebt seit seiner Emeritierung im Jahr 2003 in Dublin.
Mit der Präsentation von „A. R. Penck - Das grafische Werk“ setzen das Kulturamt Hilden in Zusammenarbeit mit den Brüdern Karlernst Braun und Hans-Jürgen Braun als Gründer des „Gewerbepark-Süd“ die Reihe herausragender Ausstellungen mit weltweit bekannten zeitgenössischen Künstlern im „Kunstraum Gewerbepark-Süd“ fort.
In Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Geuer & Breckner wurden dort bereits u. a. Ausstellungen von Heinz Mack, Jörg Immendorff, James Rizzi, Otmar Alt, Christo und Jeanne Claude, Pino Alessio und Günther Uecker gezeigt
Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, dem 29. August 2009 um 17 Uhr statt.
Öffnungszeiten der Ausstellung: dienstags – freitags: 14 - 18 Uhr
samstags und sonntags: 11 - 18 Uhr
montags ist die Ausstellung geschlossen.
Weitere Informationen unter: www.gewerbepark-sued.de und www.hilden.de
links:
www.artnet.de/artist/648464/a-r-penck.html
www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=1457...
www.zimmermann-heitmann.de/penck
www.junghans-art.de/.../penck/penck_biographie.html
www.avantgart.com/Bio-Penck.htm
www.youtube.com/watch?v=Ayo_WS_adeQ
www.kunstmarkt.com/...-/show_praesenz.html?_q...
www.monstersandcritics.de/.../Paris-und-A-R-Penck-Retrospektive-in-<wbr></wbr>Frankreich
www.rp-online.de/organisationen/A.R.--Penck
www.amazon.de/R-Penck.../dp/3937572686

