Die Gästeliste des Berliner Künstlerprogramms (BKP) liest sich wie das „Who’s who“ einer internationalen aktuellen Film-, Musik-, Literatur- und Kunstgeschichte. Jedes Jahr kommen rund 20 neue Namen aus aller Welt hinzu.
Zwölf Monate lang leben und arbeiten die Künstler auf Einladung des Auswärtigen Amts, des Berliner Senats und des DAAD in Berlin und treten in einen spannenden Austausch mit der Stadt und der deutschen Kulturszene. Zentrale Ideen des Programms sind die Freiheit des Schaffens und der künstlerische Dialog:
Frei vom Druck der Marktmechanismen wie auch von dem der Zensur sollen sich die Künstler in Berlin ganz ihrer Arbeit widmen können. Eine Ausstellung im Auswärtigen Amt vermittelt im November 2011 einen Eindruck von der Vielfalt der Impulse des Berliner Künstlerprogramms.
Auf dem Schreibtisch liegen eine Geige, ein Keyboard, eine Klarinette. Dazwischen: zwei Laptops und ein großer Bildschirm, Kabel, Kopfhörer – und in Reichweite gleich mehrere Megaphone. Ein Hausbesuch bei Simon Steen-Andersen, Komponist, zurzeit in Berlin.
Schon auf den ersten Blick ist klar, dass der Däne höchst kreativ mit Tönen umgeht. Der vielfach ausgezeichnete Musiker, Jahrgang 1976, betritt unentdeckte Klangwelten, arbeitet an experimentellen Hörerlebnissen, immer auf der Suche nach dem Neuen.
Er verwendet gern Alltagsgeräusche, zerlegt sie und setzt sie in überraschendem Kontext mit klassischen Instrumenten neu zusammen. Dabei begibt er sich auch immer wieder auf künstlerische Grenzpfade zu Videokunst und Performance. Die Ergebnisse sind anregend und aufregend, manchmal auch einfach witzig.
Zwölf Monate zu Gast in Berlin
Bei den Donaueschinger Musiktagen 2010, einer der wichtigsten Veranstaltungen für Neue Musik, stellt Simon Steen-Andersen seine neuste Komposition „Double up“ vor. „Sie ist gerade fertig geworden“, sagt er. „Ich genieße sehr, dass ich mich in Berlin voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren kann – frei von ökonomischen Zwängen“.
Genau das ist es, was das Berliner Künstlerprogramm (BKP) des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) will: Simon Steen-Andersen ist einer von 18 Komponisten, Filmemachern, bildenden Künstlern und Autoren, die im Jahr 2010 aus 17 Ländern in die deutsche Hauptstadt eingeladen worden sind.
Wichtigstes Kriterium für die Auswahl der Jurys: die hohe ästhetische Qualität der Arbeit. Das Auswärtige Amt finanziert das Programm zum größten Teil, zu einem kleineren beteiligt sich der Berliner Senat. Aus den Mitteln wird eine geräumige Wohnung gestellt und genug Geld zum Leben.
Das Berliner Künstlerprogramm kümmert sich zudem darum, dass die Gäste aus Island, Haiti, den USA, dem Libanon oder Brasilien in Berlin und Deutschland neue Kreativnetzwerke knüpfen und in einen künstlerischen Dialog mit der deutschen Kulturszene eintreten können.
Quelle und vollständiger Artikel:
http://www.daad-magazin.de/155...


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