Die Nachricht schlug nicht nur in der HipHop-Welt wie eine Bombe ein: Nach über fünf Jahren melden sich die Rap-Pioniere Cypress Hill Mitte April mit ihrem neuen Album Rise Up zurück. Die Sound- und Stil-Innovatoren, deren internationaler Erfolg auf kompromissloser Einzigartigkeit beruht, haben nichts verlernt.
Auch ihre achte Studio-Scheibe überzeugt mit ungewöhnlichen Produktionen, klanglichen Eigenarten, stilistischen Experimenten und einem Reimfluss, der sich mit keinem anderen HipHop-Act vergleichen lässt.
Anfang Juni kommen Cypress Hill nach Deutschland, um bei Rock am Ring und Rock im Park aufzutreten. Im Zuge Ihrer Stippvisite gibt das Quartett am 7. Juni ein weiteres Konzert in Berlin.
Es gibt nicht viele Formationen im schnelllebigen HipHop-Geschäft, die auf zwei Jahrzehnte gemeinsame Bandgeschichte blicken können. Oft nutzen einzelne Bandmitglieder den Erfolg als Trittbrett zur Solokarriere. Nicht jedoch Cypress Hill, die seit Gründung Ende der 80er eine der außergewöhnlichsten Crews der Rapmusik bilden.
Seit ihren ersten Gehversuchen als Musiker gelten die MCs B-Real und Sen Dog, ihr DJ und Produzent Muggs und Percussionist Bobo als Innovatoren und Abenteurer eines oftmals überraschend wertkonservativen Musikstils.
Zu Recht: Cypress Hill leben ihre herausfordernde Individualität in zahlreichen Facetten. Inhaltliche Kompromisslosigkeit, forcierte Blicke über den Tellerrand, eine stetige Suche nach düsteren, unheimlichen und dennoch hittauglichen Hooklines, gekonnte Gratwanderungen zwischen Geniestreich und krankem Irrsinn kaum ein Rap-Künstler hat je über derart viele Eigenheiten verfügt.
Ihre Ausnahmestellung manifestierte sich durch ihre Herkunft: Sie stammen aus Cypress Hill, einem Viertel in South Central/Los Angeles, das von Einwohnern mit lateinamerikanischen Wurzeln dominiert wird.
So waren es B-Real, Sen Dog, Muggs und der kurz darauf zu einer Solokarriere ausscherende Mellow Man Ace, die in den ausklingenden 80er Jahren unter dem Namen DVX offiziell als erstes Rap-Sprachrohr der amerikanischen Latinos galten. Ein Einschlag, der sich in ihrer Musik bis heute wahrnehmen lässt.
Bereits mit ihrem 1991 veröffentlichten Debütalbum waren Cypress Hill auf dem Weg zum Superstar-Status: Zweifach Platin in den USA sowie eine Top 100-Platzierung für sagenhafte 89 Wochen legten den Grundstein für den bis heute anhaltenden Erfolg. Für die Nachfolger Black Sunday (1993) und III: Temples of Boom gelang ihnen der internationale Durchbruch.
Bis heute konnten die Rapper weltweit mehr als 18 Millionen Tonträger absetzen, obwohl sie zunehmend auf Experimente bauten: Sie tauschten sich mit Rockbands wie Pearl Jam oder Sonic Youth kreativ aus, sie arbeiteten mit TripHop-Pionieren wie Tricky oder veröffentlichten ein ganzes Album auf Spanisch.
Auch ihr achtes Werk Rise Up bietet wieder Überraschungen, die Großartiges erwarten lassen: Zu den Gästen im Studio gehörten Rage Against The Machine-Gitarrist Tom Morello und die Rock-Ikone Slash. 2010 dürfte ein echtes Cypress Hill-Jahr werden.
Termine
| 07.06.2010 | Mo. | Berlin / C-Halle |
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Karim Muna
Marek Lieberberg Konzertagentur GmbH & Co.KG
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